Von “Single Bells” bis “Oh Palmenbaum”

Menschen / 05.12.2021 • 22:26 Uhr

In diesem Monat ist Publikumsliebling Erwin Steinhauer wieder in vielen TV-Produktionen zu sehen.

wien Der Dezember ist sozusagen „sein“ Monat. Wer im Netz auf „Erwin Steinhauer im TV“ drückt, wird seinen Namen unzählige Male finden. Nebst Wiederholungen (na klar: „Single Bells“ und „Oh Palmenbaum“ sind dabei unverzichtbar) wird es auch Neues geben, nämlich eine Doku mit dem Titel „Von „Single Bells zum Palmenbaum“, die Innsbrucker Stadtkomödie „Die Lederhosenaffäre“ und die Krimi-Folge „Die Toten von Salzburg – Vergeltung“. Im  Interview spricht der im September 70 Jahre alt gewordene Vielbeschäftigte über sein Tun.

 

Ab 13. Dezember wird „Single Bells“ und „Oh Palmenbaum“ zum x-ten Mal im ORF wiederholt. Darüber gibt‘s nun die Doku „Von Single Bells zum Palmenbaum“. Was ist das genau?

STEINHAUER: Diese Doku beginnt im Zuhause des Regisseurs und Kameramannes Xaver Schwarzenberger in München, wo zum Beispiel von der Suche nach Schnee, den Parallelen zwischen Fiktion und Realität und einem Taifun auf Mauritius, der die Dreharbeiten damals sehr erschwerte, berichtet wird. Ich besuchte für diese Doku außerdem das Bauernhaus im oberösterreichischen Lasberg, in dem die Film-Familie Moor damals ihr Unwesen trieb. Der damalige Vermieter ist jetzt Großbaumeister mit 800 Angestellten. Nach unserem Auszug hat er das Haus komplett renoviert. War wohl notwendig, nachdem sich dort einst ein Filmteam niedergelassen hatte.

 

Es soll auch zu einer berührenden Begegnung gekommen sein?

STEINHAUER: Ja, das Team und ich trafen meine zu „Single Bell“-Zeiten achtjährige Filmtochter, die damals Marielle Hahn hieß und heute den Namen Mariella Schaller trägt. Sie lebt nun in Gmunden, ist Allgemeinmedizinerin und hat drei Kinder. In Anspielung an eine berühmte Szene aus „Single Bells“, in der sie sich übergeben musste, konnte ich mir die Bemerkung „Du warst die beste Speiberin vorm Christbaum“ nicht verhehlen. Nun, das war auf jeden Fall ein sehr bewegendes Wiedersehen. Die „Speibe“ war übrigens Joghurt.

Sie haben in rund 160 TV-Produktionen mitgewirkt…

STEINHAUER: Schon, aber eine Stadtkomödie war noch nie dabei. Also war es nicht schwer, mich zur „Lederhosenaffäre“ in Innsbruck zu überreden. Ich bin darin Anwalt und Vater des steirischen Hauptdarstellers Stefan Pohl. Ein ungemein begabter und sympathischer Bursche. Wir haben bereits früher einmal miteinander gedreht, nämlich für „Maximilian“. In einer Szene musste ich ihn damals in einem Brunnen fast ertränken.

 

In der „Lederhosenaffäre“ geht es um die weltbewegende Frage, wer die „kurzen Lederhosen“ erfunden hat: die Bayern oder die Österreicher?

STEINHAUER: Richtig. Aber in Wirklichkeit, das kommt im Film nicht vor, waren es die Franzosen mit einer ledernen Kniebundhose, die sie „Culotte“ nannten.

 

Am 30. Dezember zeigt der ORF „Die Toten von Salzburg – Vergeltung“. Mit sehr überraschenden Szenen. Denn da heiraten Sie als Polizei-Hofrat einen Mann. Wie kam es zu dieser „Einlage“?

STEINAHUER: Nun, es war bisher ja schon immer recht suspekt, dass der Hofrat in so fortgeschrittenem Alter noch bei der Mutter wohnte. Bei ihrem Begräbnis treffe ich diesen gewissen René, und dann oute ich mich. Dieser Krimi wurde übrigens im Zuge der „Me too“-Debatte gedreht, und der ORF-Partner ZDF gab die Devise aus, mehr Frauen zu beschäftigen. Das merkt man nun an der Besetzung vieler Rollen in „Vergeltung“.

 

Wie haben Sie die Lockdowns überstanden?

STEINHAUER: Da gab es, nach dem vorigen Lockdown, noch einen wunderschönen Auftritt mit Klezmer Reloaded Extended am Asitz-Gipfel in Leogang, in 1900 Metern Höhe. Generell war ich ganz gut unterwegs, doch zuletzt ist der Umsatz empfindlich zurückgegangen. Fad war mir aber nicht, ich habe sogar eine gewisse Erleichterung gespürt, als sich mein Terminkalender allmählich leerte. Schließlich bin ich ja auch schon Großvater und hatte mehr Zeit für die Familie. Und ich bin auch wieder zum Lesen gekommen.

 

Was zum Beispiel haben Sie gelesen?

STEINHAUER: „Ändert sich nichts, ändert sich alles“ von Katharina Rogenhofer und Florian Schneeberger. Ich hab’ jetzt gerade das erste Drittel hinter mir, und da werden ganz grausame Tatsachen beschrieben. LH