Zeuge bezeichnete Ghislaine Maxwell als “Hausherrin” von Epstein

Ehemaliger Angestellter schildert in Verfahren gegen Epstein-Vertraute strenge Hausregeln.
New York Ein ehemaliger Hausangestellter des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein hat dessen langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell als „Hausherrin“ des Multimillionärs dargestellt. Juan Alessi, der in den 1990er-Jahren als Hausverwalter für Epstein gearbeitet hatte, berichtete den Geschworenen beim Prozess in New York, dass Maxwell eine „enorme“ Anzahl von Regeln angeordnet habe. Dazu habe etwa die Vermeidung von Augenkontakt mit Epstein gehört. „Schauen Sie ihm niemals in die Augen, schauen Sie in einen anderen Teil des Raumes und antworten Sie ihm“, zitierte Alessi, der auf dem Anwesen in Palm Beach in Florida arbeitete, die Anweisung Maxwells. „Denken Sie daran, dass Sie nichts sehen, nichts hören und nichts sagen dürfen, es sei denn, Sie antworten auf eine an Sie gerichtete Frage“, heißt es dazu in einer dem Gericht vorgelegten Anleitung für das Personal. Zudem wurde dem Personal verboten, über Aktivitäten oder Aufenthaltsorte von Maxwell und Epstein zu sprechen. Zudem mussten die Angestellten sicherstellen, dass sich immer eine Pistole in der Schublade eines Beistelltisches im Schlafzimmer Epsteins befand.
Aussage von „Jane“ bestätigt
Alessi erinnerte sich auch daran, zwei Mädchen gesehen zu haben, die ihm minderjährig erschienen – 14 oder 15 Jahre alt, sagte er. Darunter war eines, das Anfang dieser Woche unter dem Pseudonym „Jane“ ausgesagt hatte. Alessi sagte, er habe Jane 1994 zum ersten Mal getroffen, als sie mit ihrer Mutter das Anwesen besucht habe. Er erzählte auch, dass er sie von der Schule abgeholt habe. Diese Details schienen die Aussage von Jane zu bestätigen.
Der Prozess gegen Maxwell hat am Montag begonnen. Die US-Justiz wirft ihr vor, über Jahre Minderjährige für Epstein rekrutiert zu haben, die dann von dem Finanzinvestor missbraucht wurden.
