Regieassistent räumt Fehler ein

Menschen / 28.10.2021 • 22:08 Uhr
Alec Baldwin hat der Polizei volle Kooperation zugesagt.AFP
Alec Baldwin hat der Polizei volle Kooperation zugesagt.AFP

Er gab an, nicht alle Kugeln in der Trommel des Revolvers kontrolliert zu haben.

Santa Fe Nach dem tödlichen Schuss von Hollywood-Schauspieler Alec Baldwin (63) auf eine Kamerafrau bei Dreharbeiten hat der Regieassistent einen Fehler bei der Überprüfung der Requisitenwaffe eingeräumt. Er gab laut Vernehmungsprotokoll gegenüber der Polizei an, er habe nicht alle Kugeln in der Trommel des Revolvers kontrolliert. In der Waffe befand sich offenbar scharfe Munition.

Kamerafrau Halyna Hutchins wurde nach Polizeiangaben durch ein „Bleiprojektil“ getötet. Der Regieassistent hatte Baldwin vor dem tödlichen Schuss vergangene Woche den Colt .45 gereicht und von einer „cold gun“ gesprochen. Er hatte die Waffe aber offenbar nicht ausreichend überprüft. Laut Vernehmungsprotokoll konnte er sich nur daran erinnern, drei Kugeln gesehen zu haben. „Er hätte sie alle überprüfen müssen, es aber nicht getan, und konnte sich nicht daran erinnern, ob die Waffenmeisterin die Trommel drehte.“

Unklar ist nach wie vor, wie scharfe Munition in den Colt gelangen konnte. Am Filmset stellte die Polizei 500 Kugeln sicher, eine „Mischung“ aus Platzpatronen, Patronenattrappen und vermutlich auch echten Kugeln, wie Sheriff Mendoza sagte. Die 24-jährige Waffenmeisterin, laut Medien die Tochter eines bekannten Hollywood-Filmwaffenmeisters und Stuntmans, gab dem Polizeibericht zufolge an, dass sie an dem Drehtag, als der tödliche Schuss fiel, vor der Mittagspause geprüft habe, dass keine scharfe Munition in der Waffe war. Während der Pause seien die Waffen in einem Safe in einem Wagen eingeschlossen gewesen. Die Polizei erwirkte nun einen Durchsuchungsbefehl für das Auto.

Bisher gab es in dem Fall weder Festnahmen noch Anklagen. Die zuständige Staatsanwältin schließt aber mögliche Strafverfahren gegen Baldwin oder andere Beteiligte nicht aus. Baldwin, der bei dem Western „Rust“ als Hauptdarsteller und Produzent dabei ist, hatte den Vorfall als „tragischen Unfall“ bezeichnet und seine vollständige Kooperation mit der Polizei zugesichert.

Filmschaffende fordern Umdenken

Der Vorfall auf dem „Rust“-Set hat Hollywood schockiert und aufgewirbelt. Viele Filmschaffende fordern nun striktere Sicherheitsprüfungen und ein Umdenken beim Umgang mit Schusswaffen. Regisseur Bandar Albuliwi, der wie die getötete Kamerafrau Halyna Hutchins an dem renommierten American Film Institute Conservatory studierte, hat eine Petition zum Verbot echter Waffen am Set ins Leben gerufen.