Waffe Baldwins am Set enthielt scharfe Munition

Menschen / 27.10.2021 • 22:37 Uhr
Baldwin hat bei einem Filmdreh versehentlich eine Kamerafrau erschossen. Bei der Durchsuchung des Sets wurden drei Waffen und Munition gefunden. AP
Baldwin hat bei einem Filmdreh versehentlich eine Kamerafrau erschossen. Bei der Durchsuchung des Sets wurden drei Waffen und Munition gefunden. AP

Tödlicher Filmdreh: Anklage nicht ausgeschlossen.

Santa Fe Die Waffe, die Schauspielstar Alec Baldwin am Set seines Westerns “Rust” benutzte, hat nach Angaben der Polizei scharfe Munition enthalten. Dies gaben die Ermittler am Mittwoch in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico bekannt. Das abgegebene Projektil konnte sichergestellt werden, sagte Sheriff Adan Mendoza. Es habe in der Schulter des verletzten Regisseurs Joel Souza (48) gesteckt. Dasselbe Geschoss habe zuvor die Kamerafrau Halyna Hutchins (42) getötet.

Weitere Untersuchungen nötig

Hauptdarsteller und Produzent Baldwin (63) hatte die jetzt als 45-Colt-Revolver ausgewiesene Waffe bei der Probe für eine Szene vergangene Woche abgefeuert. Es gebe Hinweise, dass sich noch mehr scharfe Munition am Set, einer Film-Ranch in New Mexico befand. Dazu seien aber weitere Untersuchungen in einem Waffenlabor nötig, sagte Mendoza. Die Ermittler hätten rund 600 Beweismittel-Stücke sichergestellt, darunter drei Waffen sowie etwa 500 Munitionsladungen und Platzpatronen.

Die Untersuchungen dauerten an, sagte Bezirksstaatsanwältin Mary Carmack-Altwies. Es sei zu früh, um über eine mögliche Anklage zu entscheiden. “Alle Optionen sind auf dem Tisch.” Zu diesem Zeitpunkt sei niemand von einem Verfahren ausgeschlossen. Alle Beteiligten, darunter Baldwin, würden mit der Polizei kooperieren. Im Visier stehen auch die beiden Mitarbeiter am Set, die mit den Waffen Umgang hatten: eine Waffenmeisterin und der Regieassistent, der Baldwin die Waffe gereicht hatte. Der Assistent habe nach eigener Aussage nicht gewusst, dass eine Patrone in der Waffe steckte. Er soll 2019 wegen eines ähnlichen Vorfalls bei einem Film entlassen worden sein, wie US-Medien berichteten. Bei dem Dreh zu “Freedom’s Path” sei ein Tontechnik-Mitarbeiter leicht verletzt worden, nachdem unerwartet eine Waffe losgegangen sei, hieß es unter Berufung auf die Produktionsfirma des Films. Kritik wurde auch an der Waffenmeisterin laut, die für die ordnungsgemäße Handhabung aller Waffen am Set zuständig war.

Die Nachrichtenseite “The Warp” meldete, dass einige Crewmitglieder in ihrer Freizeit angeblich scharfe Munition benutzten, um auf Bierdosen zu schießen. Die Quellen wurden nicht namentlich genannt.  Demnach hätte ein Zielschießen wenige Stunden vor dem tödlichen Vorfall am Set stattgefunden, sagte “The Wrap”-Journalistin Sharon Waxman zu CNN. Eine dieser Waffen sei später an Baldwin weitergereicht worden. Die Polizei konnte die Angaben nicht bestätigen. Es würde aber untersucht.

Waffe Baldwins am Set enthielt scharfe Munition