Voll im Job, doch plötzlich am Stock

Briten fragen sich, ob der Stock von Queen Elizabeth II. Anlass zur Sorge gibt.
London Es ist doch nur ein alltägliches Hilfsmittel, und dennoch richten sich die Augen einer ganzen Nation darauf: Queen Elizabeth II. nutzt einen Stock! Gleich zwei Mal innerhalb weniger Tage setzte die britische Königin das Utensil ein. Zwar dürfte das hohe Alter – die Queen ist seit April 95 Jahre alt – eine einfache Erklärung bieten. Doch da sich die rüstige Monarchin stets ohne Stock gezeigt hatte, fiel das Detail umso stärker ins Auge.
So war Elizabeth II. auch diese Woche im Einsatz. Am Dienstag: Gedenkgottesdienst in der Westminster Abbey, in Begleitung von Tochter Prinzessin Anne – und mit Stock! Es wirkte unaufgeregt und gewohnt, doch war das Detail auch seriösen Medien eine eigene Meldung wert. „Es wird angenommen, dass sie zum ersten Mal eine Gehhilfe bei einer offiziellen öffentlichen Veranstaltung verwendet hat“, meldete PA. Zuletzt ging die Queen nach einer Knie-Operation vor knapp 20 Jahren mit Stock.
Dauerhaft angewiesen auf die Gehhilfe ist das Staatsoberhaupt allerdings offensichtlich nicht. Einen Tag nach dem Gottesdienst empfing die Queen im Buckingham-Palast die Pianistin Imogen Cooper – ohne Stock. Am Donnerstag war das Hilfsmittel dann wieder in ihrer Hand, als die Monarchin das walisische Parlament in Cardiff eröffnete.
„Wenn man bedenkt, dass sie 95 ist, ist das außerordentlich, auch wenn sie ein privilegiertes Leben führt“, kommentierte Sky-News-Reporterin Rhiannon Mills. Der Stock, der Halt an einer Tür, die näher an ihrem vorgesehenen Platz liegt, eine Fahrt mit dem Aufzug, alles maßgeschneidert. Der „Guardian“ verwies auf Berichte von 2018, laut denen die Queen noch immer Knieschmerzen habe. Sie habe allerdings auf eine neue Operation verzichtet – weil das zu zeitaufwendig sei.
Positive Botschaften
Die Botschaft, die auch die Medien verbreiten: Niemand muss sich Sorgen machen um die Queen. „Die Queen wirkt strahlend in Pink“, jubelte die Zeitung „Daily Mail“ über den Besuch in Wales. Das Urteil: „Königlich zuverlässig.“