Eine Frau voller Energie

Als Organisatorin und Lehrende setzt sich die Dornbirnerin für Nachhaltigkeit ein.
Anna Knorr arbeitet als Studiengangsleiterin an der Fachhochschule.
Dornbirn Anna Knorr hat einen Hebel gesucht, um den Strom der Welt in neue Bahnen zu lenken. In Vorarlberg wurde sie fündig. Seit Anfang Oktober leitet die gebürtige Amerikanerin mit Dornbirner Wurzeln den Masterstudiengang „Nachhaltige Energiesysteme“ an der Fachhochschule Vorarlberg.
Erfahrungen aus der Industrie
Die 1985 im US-Bundesstaat Delaware geborene Wissenschaftlerin ist mit den Möglichkeiten und Herausforderungen nachhaltigen Wirtschaftens engstens vertraut. Fünf Jahre lang hat Knorr in der Industrie gearbeitet und Erfahrung gesammelt. „Während meines Betriebswirtschaftsstudiums in Rotterdam bin ich durch ein Projekt in die Energiebranche gerutscht. Für Shell habe ich Tankstellen gebaut, Gas aus Norwegen nach Kontinentaleuropa verkauft, Pipelines geplant und Verträge ausgehandelt“, hebt die Dornbirnerin hervor. Ausgestattet mit tiefen Einblicken in das Innenleben der europäischen Energiewirtschaft entschloss sie sich noch einmal, an die Universität zu gehen. In Innsbruck studierte Knorr „Umweltmanagement in Bergregionen“. Dort arbeitete die Wissenschaftlerin unter anderem an einem wiederverwendbaren Kaffeebecher ohne Plastik.
Forscherfamilie
Knorr wuchs in einer Forscherfamilie auf. Ihre Eltern arbeiteten an zahlreichen angesehenen Universitäten in Deutschland und den USA. Beruflich wechselte die Familie oft die Länder, bis heute hat Knorr nie länger als vier Jahre am selben Ort gelebt. „Nur der Weihnachtsabend bei den Großeltern in Dornbirn stand immer fest“, betont die weltgewandte Frau. Heute lebt sie selbst in deren Haus. Die Rückkehr in die Geburtsstadt ihres Vaters hat sie nie bereut. „Wenn ich zurückschaue, habe ich das Gefühl, es hätte gar nicht anders kommen können. Jetzt ist mir klar, dass ich hier gelandet bin, um zu bleiben“, bekräftigt die Dornbirnerin zufrieden.
Nachhaltige Lehre
Knorr hat sich vorgenommen, der Abnutzung des Planeten entgegenzuwirken. An der FH Vorarlberg lehrt sie zukünftige Fachkräfte aus Industrie und Wirtschaft, wie sie technisches Potenzial im Sinne der Nachhaltigkeit umsetzen können. „Mir ist es sehr wichtig, systemisches Denken zu vermitteln“, betont die Energieexpertin. Für sie steht es fest, dass globale Lösungen für den Umweltschutz notwendig sind: „Menschen leben auf der ganzen Welt unterschiedlich. Wie erreichen wir, dass die ärmeren Länder nicht erst in Kohle und Öl, sondern direkt in erneuerbare Energie investieren? Auch in Österreich kann man sich nicht erwarten, dass sich jeder Mensch eine ökologischere Heizung leisten kann.“ Dennoch sieht Knorr großes Potenzial: „In der Industrie tut sich sehr viel. Auf dem Markt macht Ökostrom fossiler Energie richtig Konkurrenz.“ VN-SAV
„Es ist mir sehr wichtig, systemisches Denken zu vermitteln.“

Anna Knorr war ihr Leben lang auf Reisen. Nach langer Wanderschaft hat sie sich in Dornbirn niedergelassen.

Seit diesem Semester leitet die Wissenschaftlerin den Studiengang “Nachhaltige Energiesysteme” an der Fachhochschule Vorarlberg.



Der Austausch mit Menschen aus anderen Kulturen hat die Energieexpertin in Demut geschult.
Zur Person
Anna Knorr
Geboren 17.10.1985 in Delaware
Ausbildung Betriebswirtschaft in Rotterdam und Paris, “Umweltmanagement in Bergregionen” in Innsbruck
Laufbahn Royal Dutch Shell, Loacker Recycling
Familie Zwei Schwestern
Hobbies Wandern, Bergsteigen, Eisklettern, Reisen