Böses Erwachen
Im April 2021 ist Prinz Philip im Alter von 99 Jahren gestorben, zwei Monate vor seinem 100. Geburtstag. Seither wartet man gespannt auf die Testamentseröffnung. Doch der letzte Wille des Herzogs von Edinburgh soll erst in 90 Jahren für Historiker freigegeben werden. Das entschied Richter Sir Andrew McFarlane des Obersten Gerichts in London. Das heizt die Gerüchteküche an. Denn immer wieder tauchten Gerüchte über die Fremdgehlust des Prinzgemahls auf. Von 24 außerehelichen Kindern ist die Rede, wie der Buckingham-Palast 1995 bestätigt, dann zurückzieht und von einem Übersetzungsfehler spricht. Nicht Kinder, sondern Patenkinder sollen es sein. Kitty Kelley behauptet in ihrem Buch „The Royals“, dass es bei den britischen Royals Tradition hat, die Patenschaft für illegitime Kinder zu übernehmen und dass einige von Philips Patenkindern tatsächlich seine Nachkommen sind.
Recht umtriebig ist auch Prinz Bernhard der Niederlande, der Großvater von König Willem-Alexander. Die Ehe mit der damaligen Königin Juliane gilt nicht immer als glücklich. Er gibt der Zeitung „De Volkskrant“ ein Interview, das Chefredakteur Pieter Broertjes nach Bernhards Tod am 1. Dezember 2004 veröffentlicht: „Er wollte hinsichtlich seiner Affären, die ihn schon jahrelang verfolgten, reinen Tisch machen.“ Das geschätzte 200-Millionen-Euro Erbe Bernhards wird auf seine vier ehelichen und drei außerehelichen Töchter aufgeteilt. Überraschung gelungen.
Am dänischen Königshof ist man über den letzten Willen von Prinzgemahl Henrik sehr erstaunt. Jahrelang mokiert sich der am 13. Februar 2018 Verstorbene öffentlich vehement über seine Stellung am Königshof: „Die Frau eines Königs wird immer Königin genannt. Aber bei einer regierenden Königin wird der Ehemann nicht per Heirat König. Dieser Mangel an Gleichberechtigung ist für mich persönlich traumatisch. Daher möchte ich nicht neben meiner Frau, Königin Margrethe II., bestattet werden.“ Prinz Henrik, seit 1972 Prinzgemahl. Und das auf ewig.
„Der letzte Wille des Herzogs von Edinburgh soll erst in 90 Jahren für Historiker freigegeben werden.“
Lisbeth Bischoff ist Adelsexpertin und lebt in Dornbirn