And the Oscar goes to . . .

Bernd Bickel ist Preisträger des „Technik-Oscars“ und Vorarlberger des Jahres z‘Wian 2020.
Wien „Meine erste Erinnerung an einen Computer war die Quasiexplosion des PCs meines Papas. Ich habe die falschen Kabel in die Steckdose gesteckt“, lacht Bickel. Er durfte trotzdem weiter mit den Familien-PCs experimentieren. Bickel ist seit früher Kindheit von Computern fasziniert. In der Unterstufe wurde die noch undefinierte Neugier konkreter. Bickel begann mit Unterstützung des Matheprofessors seine ersten Erfahrungen im Programmieren zu sammeln. „Er hat mich gefördert. Damals haben wir einen Computer-Club gegründet.“ Nach der Matura inskribierte er an der ETH Zürich für Informatik. Der Notenschnitt war „gut genug“. Während seines Studiums verbrachte er für ein Industriepraktikum ein Jahr am Mitsubishi Electric Research Laboratory in den USA und forschte dort im Bereich Computergrafik. „Wir haben dort an einem Gesichtsscanner für Animationen in Film und PC-Spielen gearbeitet. Das war eine irrsinnig spannende Sache. Als ich zurück nach Zürich kam, wusste ich, was mein Thema fürs Doktorat sein würde.“
Preisträger
Nach seiner Dissertation 2010 wechselte Bickel zu Disney Research, auch in Zürich. Dort arbeitete er weiter an der Entwicklung des Gesichtsscanners und wurde 2019 dafür von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit dem Technical Achievement Award ausgezeichnet. Aufgrund des internationalen Prestiges der Auszeichnung spricht man auch vom „Technik-Oskar.“ Das entwickelte System („Medusa“), eine Anordnung von Kameras und Lichtern, die mit einer Software verbunden sind, erlaubt eine besonders realitätsnahe Nachbildung von Gesichtern. 2019 lebte Bickel bereits in Klosterneuburg. Seit 2015 forscht und lehrt er dort am IST (Institute of Science and Technology Austria), wo er auch Vizepräsident für Technologietransfer ist. „Das war einfach eine großartige Möglichkeit, etwas Neues aufzubauen. Eine Chance, die man nicht oft bekommt.“ Bickel lebte mehrere Jahre in Wien. „Das Internationale in Wien ist inspirierend. Der Charme der Feldkircher Altstadt und der Bodensee fehlen mir trotzdem manchmal. Und was Berge und Skifahren betrifft, kann hier im Osten nichts mit dem Ländle mithalten.“ Neben der Natur schätzt Bickel auch das Handfeste. „Wir haben gerade ein altes Haus in Klosterneuburg renoviert. Das Arbeiten mit den Händen entspannt mich. Es tut gut, nicht immer vor dem Bildschirm zu brüten.“ Über den Preis Vorarlberger des Jahres z‘Wian, der ihm am Donnerstag vom Land Vorarlberg verliehen wurde, freut er sich sehr. „Man braucht viel Durchhaltevermögen in meiner Branche. Von der Idee bis zur Anwendung kann es lange dauern. Umso mehr freut mich, dass meine Arbeit in Vorarlberg bemerkt wird.“ TON
„Man braucht viel Durchhaltevermögen in meiner Branche. Von der Idee bis zur erfolgreichen Anwendung kann es lange dauern.“


Zur Person
Prof. Dr.sc. Bernd Bickel
Geboren 3. Juni 1982 in Feldkirch
Wohnort Klosterneuburg
Beruf Professor für Informatik am IST Austria
Ausbildung BRG Dornbirn Schoren, ETH Zürich
Kontakt www.berndbickel.com
Familie Lebensgefährtin Martina Plagg, Sohn Elias