Er ist die Stimme des Junker-Jonas-Marktes

Menschen / 16.09.2021 • 10:00 Uhr
Er ist die Stimme des Junker-Jonas-Marktes

Paul Gstöhl (80) ist an diesem Wochenende zum 40. Mal beim Junker-Jonas-Markt in Götzis im Einsatz.

Götzis Traditionell und als Treffpunkt für die ganze Region, so präsentiert sich der Junker-Jonas-Markt in Götzis am kommenden Samstag, 18. September, bereits zum 40. Mal. Ein Mann ist dabei nicht mehr wegzudenken. Paul Gstöhl prägt seit der ersten Stunde das Marktgeschehen. Bei der Premiere im Jahr 1979 noch mit eigenem Marktstand, ist der Götzner sozusagen zur Stimme des Markts geworden. Von seinem Stand übersiedelte er nämlich auf die Bühne, wo er für die musikalische Unterhaltung sorgte. Seit einigen Jahren führt Gstöhl als Moderator und Herr über die Tombola durch die Veranstaltung. „Ich feiere heuer also auch einen Geburtstag“, freut er sich wieder auf seinen Einsatz am Samstag. Was recht klein, mit einigen Ständen von Götzner Geschäftsleuten begann, habe sich schnell weiterentwickelt, schwelgt der 80-Jährige in Erinnerung. Mittlerweile sei aus dem Markt ein wahres Volksfest mit über 100 Ständen, Gastronomie und einem Vergnügungspark geworden. Eine Entwicklung begrüßt der Lebemensch dabei besonders. „Am Anfang fand der Junker-Jonas-Markt erst im Oktober oder November statt, da kam es dann auch durchaus mal vor, dass schon Schnee lag“, schmunzelt er und hofft, dass Petrus zum Jubiläum die Sonne scheinen lässt.

Er ist die Stimme des Junker-Jonas-Marktes
Zunächst mit einem eigenen Marktstand vertreten, wechselte Gstöhl als Musiker auf die Bühne. Seit einigen Jahren führt er als Moderator durch den Markt der unter anderem von WG Götzis Obmann Manfred Böhmwalder organisiert wird. FRANC

Musiker Paul

Doch Gstöhl hat sich nicht nur in seiner Heimatgemeinde Götzis einen Namen gemacht. Jahrelang war er als Profi- und Amateurmusiker mit den „Caballeros“, den „Los Caballeros“, dem „Ländle Trio“ und später den „Schliefer Buam“ auf Bühnen in ganz Europa unterwegs. Mit Letzteren war er in den 80er-Jahren sogar zwei Mal im Musikantenstadel zu Gast. „Ich habe nach der Lehre praktisch nichts anderes gemacht als Musik.“ Nachdem er seine Frau Doris kennenlernte, wurden die Auftritte weniger und Gstöhl sesshafter. Eine Rückkehr in seinen erlernten Beruf als Stricker kam für ihn nicht mehr infrage, was läge da also näher, als die Musik weiterhin in seine Arbeit einfließen zu lassen. Das hat er dann auch getan. Gemeinsam mit seiner Gattin gründete er das Musikgeschäft Musik Paul in seiner Heimatgemeinde. Einmal im Jahr bot er am eigenen Stand seinen Waren auch am Junker-Jonas-Markt feil. „Meine Frau hat oft gesagt, wie ich das überhaupt aushalte, am Abend spielen und am nächsten Morgen wieder im Geschäft stehen.“

Jedes Jahr 200 Vogelhäuschen

Doch das Herz von Paul Gstöhl schlägt nicht nur für die Musik. Neben dem Laufen – er hat insgesamt 32 Marathonläufe absolviert – verbringt der 80-Jährige seine Zeit in seiner eigenen kleinen Werkstatt. Dort wird dann gesägt, gemalt, geschnitten und geklebt. So entstehen jedes Jahr rund 200 Vogelhäuschen. Trotz seiner Hobbys ist der rüstige Pensionist auch heute noch als Musikant und Alleinunterhalter, hauptsächlich bei Seniorengesellschaften, unterwegs. Da kommt dann auch sein anderes Hobby – das Arbeiten mit Holz – ins Spiel „Ich habe immer Vogelhäuschen dabei. Jeder Besucher, der in dem Monat, in dem ich spiele, Geburtstag hat, bekommt eines von mir.“

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