Denken in Musik

Menschen / 03.09.2021 • 18:48 Uhr
Treffen mit Idol Larry Carlton, dem Sessionmusiker bei Steely Dan.
Treffen mit Idol Larry Carlton, dem Sessionmusiker bei Steely Dan.

Sebastian Lorenz studiert ab nächster Woche in Los Angeles Gitarre.

Thüringerberg „Seit ich denken kann, gehört Musik zu meinem Leben. Meine Mutter hatte ein paar Jahre Gitarre gelernt und ließ es dann bleiben. Das Instrument stand jedoch weiterhin immer bei uns im Wohnzimmer. Ich kann mich erinnern, dass ich schon als kleines Kind damit spielen wollte. Aber meine Hände waren zu klein. Also hat mir meine Mutter empfohlen, Ukulele zu spielen – da war ich vier Jahre alt“, erinnert sich Sebastian Lorenz. Bereits ein Jahr später wechselte er zur Gitarre, sieben Jahre lang folgte klassischer Unterricht mit diesem Instrument. „Danach unterrichtete mich Raimund Gritzner, das war eine sehr prägende Erfahrung“, erklärt der begabte Gitarrist. „Musik war für mich immer schon da – ich denke selbst in Musik.“ Auch sein Opa mütterlicherseits, Anton Schwarzmann, war Musiker, er spielte in den 1950er und 1960er Jahren Schlagzeug in einer Tanzmusikband.

Auftritte mit Stars

Aber auch die riesige Plattensammlung seines Vaters Stefan Burtscher habe ihn schon in jungen Jahren inspiriert. Sein Vater organisierte Events beim Artclub Imst, wodurch auch viele persönliche Kontakte zu internationalen Stars der Musikszene entstanden. Bereits als Zehnjähriger lernte Sebastian unter anderem John Lee Hooker Jr. auf einem Konzert kennen. Diese Begegnung führte drei Jahre später zu einem gemeinsamen Bühnenauftritt in Basel. Es folgten mehrfache Jamsessions mit dem englischen Bluesrocker Danny Bryant, Einladungen zu Sessions mit Walter Trout und einige Auftritte mit dem österreichischen Gitarristen Peter Ratzenbeck. Mittlerweile war das junge Ausnahmetalent auch zwei Mal in Los Angeles. Dort hatte er Auftritte im legendären Club „Baked Potato“ sowie auch in O’ahu, einer Insel auf Hawaii, wobei er wiederum mit internationalen Musikgrößen auf der Bühne stand. Sebastian überzeugt mit seinem Können auf der Gitarre, in der Bühnenpräsenz erscheint er völlig unkompliziert und frei. Auf die Frage, was seine bevorzugte Musikrichtung sei, erfolgt spontan die Antwort: „Blues!“ Außerdem liegt ihm Jazz sowie Fusion, eine Mischung aus Jazz, Rock und Funk sowie Yacht-Rock, einer spezifischen Westcoast-Musik. Musikalische Vorbilder sind für den jungen Gitarristen vor allem Larry Carlton, Bill Frisell, Scofield und Steely Dan: „Bei Steely Dan gehe ich in die Knie! Das ist für mich die ultimative Band – und dies in vielerlei Hinsicht!“

Auf nach Los Angeles

Eigentlich hatte der sympathische junge Mann die Zusage, im Herbst 2020 im GIT (Gitarreninstitut) des Musicians Institute in Los Angeles aufgenommen zu werden. Coronabedingt musste das Studium verschoben werden: „Nach knapp über einem Jahr des Ausharrens und Wartens freue ich mich natürlich umso mehr, meinem Traum nachgehen zu können. Ich glaube, die Zeit der Pandemie gut genützt zu haben und fühle mich fast wohler, erst jetzt zu gehen als zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt. Nichtsdestotrotz gibt es ein lachendes und ein weinendes Auge. Ich blicke mit großer Vorfreude und Enthusiasmus der kommenden Zeit entgegen, Freunde in Los Angeles wieder zu sehen und die Möglichkeit zu haben, Erfahrungen für mein Leben zu sammeln. Gleichwohl vermisse ich jetzt schon meine Familie und Freunde hier – aber das ist ja glücklicherweise nur eine Frage der Zeit.“ BI

„Bei Steely Dan gehe ich in die Knie! Das ist für mich die ultimative Band.“

Der Gitarrist beim Konzert mit der Groovenummerunterdrückung auf der Ruine Blumenegg. Dominic Geyr
Der Gitarrist beim Konzert mit der Groovenummerunterdrückung auf der Ruine Blumenegg. Dominic Geyr
Vor einem Konzert in der Remise Bludenz mit Sängerin Aja Zischg und Musikerkollegen aus der Region. SIE
Vor einem Konzert in der Remise Bludenz mit Sängerin Aja Zischg und Musikerkollegen aus der Region. SIE
Familienfoto mit Mama, Oma und den beiden Brüdern. Pascal Hefti
Familienfoto mit Mama, Oma und den beiden Brüdern. Pascal Hefti

Zur Person

SEBASTIAN LORENZ

Geboren 8. Jänner 2000

Familie zwei Geschwister, Single

Wohnort Thüringerberg, ab nächster Woche Los Angeles

Beruflicher Werdegang HTL für Bautechnik, Zivildienst Rotes Kreuz, längere Tätigkeit in einem Architekturbüro, kürzere Tätigkeit als Musiklehrer

Hobbys Lesen, bewusst Musik hören, die Zeit mit Freunden und Familie genießen, Üben, Konzerte, Kreativität