Mädchen an den Ball

Menschen / 27.08.2021 • 18:35 Uhr
Baldauf spielte einige Jahre beim FC Staad in der Schweiz.
Baldauf spielte einige Jahre beim FC Staad in der Schweiz.

Als VFV-Frauenreferentin will Sonja Baldauf (35) den Ländle-Frauenfußball fördern.

Lochau Begonnen hatte es mit Sonja Baldauf und dem Fußball schon früh. Bereits mit acht Jahren fing sie an, in ihrer Heimatgemeinde im Verein zu kicken. „Damals war ich glaube ich das erste Mädchen im Klub“, meint die Lochauerin heute lachend. Mit 13 Jahren war dort aber – sie spielte ja noch bei den Burschen mit – aufgrund der Regularien Schluss, Baldauf wechselte nach Bregenz in die Damenmannschaft. Später war sie auch in der Schweiz aktiv, ehe sie wieder in den Ländle-Fußball zurückkehrte. Aber damals wie heute gelte: „Du brauchst immer jemanden im Verein, der das auch fördert.“ Und den Mädchen- und Frauenfußball in Vorarlberg zu fördern – das sieht Baldauf schon länger als ihre Aufgabe an.

In der U-12-Fördergruppe des Vorarlberger Fußballverbands am Mädchen-Stützpunkt in Dornbirn-Hatlerdorf steht Baldauf als Trainerin zweimal wöchentlich am Platz. Auch als Spielerin ist Sonja Baldauf noch aktiv: Sie läuft für die SPG Paschanga 2.0 Leiblachtal auf, ist dort seit Dezember als Spielertrainerin sogar in Doppelfunktion tätig. Seit Anfang Juli ist sie zudem neue Frauenreferentin des VFV. Den Spitzensport repräsentieren, den Unterbau für diesen fördern, nennt die 35-Jährige als ihre Aufgabenbereiche beim Verband. Und aktuell passiert dort einiges: In der U-12-, U-13- und U-15-Altersklasse gibt es Landesauswahlen, zudem wurde ein Bundesliga-Future-Team geschaffen. Dass der Fußball derart präsent in ihrem Leben ist, war aber auch nicht immer so. Ab dem Alter von 28 Jahren gab es für sie eine fünfjährige Fußball-Pause, während des Studiums haben die Präferenzen auch anders ausgeschaut. „Das hat auch gepasst, einmal länger nichts mit dem Fußball zu tun zu haben. Aber jetzt bin ich ganz zufrieden“, so Baldauf mit einem Lächeln.

Ohne Breite keine Spitze

Vor allem eines sieht Baldauf bei ihrer Tätigkeit im VFV als wichtig an: Sie will dazu beitragen, dass mehr Mädchen den Fußballsport für sich entdecken. Denn gerade im Kampfmannschaftsbereich stagniert die Anzahl der Mannschaften. Keine 20 Fußballvereine im Land haben laut der Frauenreferentin eine Frauenabteilung – zu wenige, wie sie klar sagt. „Ein guter Unterbau ist die Herausforderung“, so Baldauf. Denn nur mit der notwendigen Breite im Amateurbereich könne es gelingen, auch in der Spitze besser zu werden.

Das Ziel ist nämlich klar: Es sollen mehr Ländle-Fußballerinnen in die Jugendnationalteams eingeladen werden – und das gehe nur mit einem entsprechenden Pool an Spielerinnen. „Eine Nationalspielerin ist natürlich das große Ziel“, meint sie lachend. FB

„Es ist heute noch so: Du brauchst immer jemanden im Verein, der das auch fördert.“

Sonja Baldauf will Mädchen dafür begeistern, den Fußball für sich zu entdecken. Manfred Obexer
Sonja Baldauf will Mädchen dafür begeistern, den Fußball für sich zu entdecken. Manfred Obexer
Das Bild ist schon über zehn Jahre alt - dennoch schnürt die Lochauerin auch heute noch in der Vorarlbergliga die Schuhe.
Das Bild ist schon über zehn Jahre alt – dennoch schnürt die Lochauerin auch heute noch in der Vorarlbergliga die Schuhe.
Mit der U-12-Fördergruppe des VFV steht Baldauf (ganz rechts) zweimal wöchentlich am Trainingsplatz.
Mit der U-12-Fördergruppe des VFV steht Baldauf (ganz rechts) zweimal wöchentlich am Trainingsplatz.

Zur Person

Sonja Baldauf 

Seit Anfang Juli ist die 35-Jährige beim VFV als Frauenreferentin tätig.

Geboren 11.7.1986

Wohnort Lochau

Beruf Sozialpädagogin

Familie verheiratet

Hobbys Rennrad, Wandern, Bodensee