Kein gutes Bienenjahr

Die 150 Bienenvölker von Ländle-Imker Daniel Berger geben heuer weniger Honig als sonst.
Nüziders Früher hat Daniel Berger Mitarbeiter geleitet, nun leitet er Bienenvölker. Der Ländle-Imker hat einen interessanten Lebenslauf: Begonnen hat er als Lehrling in der Metallverarbeitung bei Hilti und sich bis zum Abteilungsleiter hochgearbeitet. In der Blüte seines Lebens hat er sich aber schließlich für seine zweite Leidenschaft entschieden: die Natur.
Begonnen hat seine Beschäftigung mit den Bienen als Hobby. Berger merkte aber schnell, dass er damit seine Passion gefunden hat und diese intensiver verfolgen wollte. Er absolvierte eine Ausbildung und durfte sich nun Facharbeiter der Bienenwirtschaft nennen. Insgesamt besitzt er 150 Bienenvölker. Berufsimker sind in Vorarlberg rar gesät, ihre Anzahl schafft es noch nicht ganz, zweistellig zu werden.

Rar ist aber auch der Honig heuer, denn 2021 ist kein gutes Jahr für die Vorarlberger Imkerei: Es gibt rund 50 Prozent weniger Honig als in den vergangenen Jahren. Dies ist ausschließlich den schlechten Wetterbedingungen geschuldet, denn der Sommer verlief zu nass für die Tiere. Heuer mussten die Imker in Vorarlberg sogar zufüttern, ansonsten wären einige Völker verhungert.
Kein gutes Jahr
„Vorarlberg ist kein gutes Honigland, es können nur etwa 25 Prozent des Bedarfs in Vorarlberg durch den regionalen Anbau abgedeckt werden. Und wenn dann auch noch ein Jahr mit schlechten Wetterbedingungen wie dieses hinzukommt, wirkt sich das schnell auf die Menge des Honigs aus“, erzählt Berger. Den Klimawandel sieht der 44-Jährige als erhebliches Problem für die Tiere. Dadurch, dass es keinen gemäßigten Sommer mehr gebe, sei es entweder zu heiß oder zu kalt. Die Blüten benötigen ein ruhigeres Klima, um Nektar abzugeben.

Ausgeschöpft wird bei dem Ländle-Imker mehr als nur der Honig: Auch Produkte wie Lippenbalsam oder Cremen werden verkauft, denn Berger ist es wichtig, alles zu verwerten. Diese können in dem Onlineshop auf seiner Homepage (www.laendleimker.at) und bei dem Geschäft „Carla“ in Bludenz erstanden werden. Zudem werden Bienenpatenschaften angeboten. Privatpersonen oder Unternehmen können sich ein eigenes Volk kaufen.
In Völker investiert
Vor allem bei den Unternehmen wird diese Möglichkeit gerne angenommen. Etliche Vorarlberger Firmen, unter anderem Getzner, Mohren und Hilti, haben bereits investiert. Dabei läuft das etwas anders ab als die Bienenpatenschaften für private Interessenten: Die Bienenvölker werden von Berger auf das Gelände der Unternehmen gebracht und dort von ihm selbst betreut. Wenn dagegen Privatpersonen eine Patenschaft abschließen, verbleibt das Bienenvolk auf seinem Grundstück. Ein Name für das Volk kann trotzdem vergeben werden und auch ein Besuch bei den Bienen ist möglich. Zudem bekommt jeder Pate am Ende der Saison drei Kilogramm Honig.
Für Hobbyimker hat Daniel Berger abschließend noch einen Tipp: „Speziell zu Randzeiten wäre es schön, wenn alle mithelfen könnten: Im Herbst und Frühling kann man statt Forsythien eine Weide setzen, das hilft den Tieren schon ungemein.“
