Musikwelt verneigt sich vor Charlie Watts

Zahlreiche Musiker bekundeten ihre Betroffenheit.
London Der Tod des Rolling-Stones-Schlagzeugers Charlie Watts hat in der Musikwelt große Trauer ausgelöst. Seit knapp 60 Jahren rockten Mick Jagger, Keith Richards und bis vor kurzem auch Watts die Bühnen der Welt – nun ist der Schlagzeuger im Alter von 80 Jahren gestorben.
Als könnten sie es selbst noch nicht ganz fassen, waren die Reaktionen von Jagger und Richards zunächst ohne Worte. Jagger postete ein Foto von Watts hinter seinem Schlagzeug. Bei Richards war es nur das kommentarlose Bild eines Drumsets, an dem ein Schild hing mit der Aufschrift „Closed“ (Geschlossen). Gitarrist Ronnie Wood, der 1975 zu den Stones stieß, war der erste, der seine Sprache wiederfand: „Ich werde dich sehr vermissen – du bist der Beste“, postete er auf Instagram. Auf der Webseite der Band war nur ein großes Porträt von Watts zu sehen. Der Liebhaber maßgeschneiderter Anzüge schmunzelt darin in feinsten Zwirn gekleidet mit verschränkten Armen in die Kamera.
Umso wortreicher kamen die Würdigungen aus allen Teilen der Musikwelt und darüber hinaus. „Beileid für die Stones. Das ist ein gewaltiger Schlag für sie, weil Charlie ein Fels war“, sagte Ex-Beatle Paul McCartney in einer Videobotschaft. Watts sei ein „fantastischer Schlagzeuger“ gewesen. McCartneys ehemaliger Bandkollege und Drummer Ringo Starr schrieb: „Gott segne Charlie Watts, wir werden dich vermissen, Mann“.
Queen-Gitarrist Brian May bezeichnete Watts als „den freundlichsten Menschen, den man sich vorstellen kann“. Er sei ein „starker Pfeiler“ für die Stones gewesen, denen er „eine Spur von Jazz und einen Berg purer Klasse“ gegeben habe, so May weiter. Elton John schrieb: „Charlie Watts war der ultimative Schlagzeuger. Er war der stilvollste aller Männer und mit ihm war man in glänzender Gesellschaft.“
Spekulationen über Aus der Stones
In britischen Medien wurde bereits spekuliert, die Stones könnten nun aus dem Tritt geraten oder gar ganz hinwerfen. Der britische Journalist und Buchautor Tony Barrell mutmaßte, die übrigen Bandmitglieder könnten „aus Respekt“ für den Drummer ihre gemeinsame Karriere beenden. Es sei natürlich möglich weiterzumachen, sagte Barrell der Nachrichtenagentur PA. Doch der Klang würde niemals wieder der gleiche sein. Die Band selbst äußerte sich zunächst nicht zu ihren weiteren Plänen.
Für die geplante US-Tour sollte Watts aus gesundheitlichen Gründen ohnehin ersetzt werden. Einspringen soll Steve Jordan, der bereits auf mehreren Solo-Alben von Gitarrist Keith Richards zu hören war.
