„Das hat uns komplett kalt erwischt“

Menschen / 06.08.2021 • 21:44 Uhr
Erdogan Atalay hat seit 1996 den Kommissar Semir Gerkhan verkörpert. TVNOW
Erdogan Atalay hat seit 1996 den Kommissar Semir Gerkhan verkörpert. TVNOW

Schauspieler Erdogan Atalay über das vorläufige Ende der Action-Serie „Alarm für Cobra 11“.

Hamburg Dröhnende Motoren und quietschende Reifen: Nach 25 Jahren tritt der Sender RTL auf die Bremse und stellt die Actionserie „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ ein: Die beiden vorerst letzten Folgen des Dauerbrenners und Exportschlagers sind am 12. August (20.15 Uhr, RTL) zu sehen. Hinter dem Lenkrad sitzt wie üblich Erdogan Atalay, der seit 1996 den Kriminalkommissar Semir Gerkhan verkörpert.

 

Herr Atalay, RTL hat die vorerst letzte Staffel des TV-Klassikers „Alarm für Cobra 11“ angekündigt. Warum ist jetzt Schluss?

Atalay Das hat uns komplett kalt erwischt, aber daran ist Corona schuld. Fiktionale Programme waren durch die hohen Investitionen stärker von der Pandemie betroffen als die meisten Unterhaltungsprogramme. Jetzt laufen Gespräche, ob und wie es mit der „Cobra“ weitergeht, daran bin ich aber nicht beteiligt.

 

„Alarm für Cobra 11“ war Ihre erste große Rolle. Sie haben zuvor an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg studiert. Wollten Sie nicht lieber den Hamlet spielen?

Atalay Nein, gar nicht. „Cobra“ war genau mein Ding und hat mir irre Spaß gemacht. Ich hatte nach der Schauspielschule lange ein Ensemble gesucht, aber nie eines gefunden – das Team von „Cobra“ war dann für viele Jahre eine Art von Familie für mich, ich hätte nichts anderes machen wollen.

 

Stimmt es, dass Sie als Kommissar mit Migrationshintergrund ursprünglich mit türkischem Akzent sprechen sollten?

Atalay Ja, aber da habe ich gesagt: Das möchte ich nicht. Ich habe das abgelehnt, denn ich fand: Semir ist wie andere Leute, die hier geboren sind oder assimiliert sind. So wie ich selber. Ich habe eine deutsche Mama und einen türkischen Papa, aber ich kann ja gar kein Türkisch. Der Semir in der Serie kann zwar Türkisch, aber das musste ich mir immer aneignen, wenn ein paar Sätze im Drehbuch standen.

 

Die Serie ist ein Exportschlager, läuft in rund 140 Ländern – werden Sie überall auf der Welt erkannt?

Atalay Ja, klar. Ich war mal vor Jahren in Italien und wusste damals gar nicht, dass die Serie auch im italienischen Fernsehen läuft. Dann saß ich im Lokal, da guckte die ganze Belegschaft „Cobra“ und hat alle Leute ignoriert, die was bestellen wollten. Ich hab mich dann dazugesetzt, und irgendwann hat mich einer erkannt, ist aufgesprungen und hat entzückt geschrien – das war schon sehr süß.

 

Wie geht es nach dem Aus von „Cobra 11“ für Sie weiter?

Atalay Ich möchte als Schauspieler weiterarbeiten, da bin ich natürlich auf Rollenangebote angewiesen. Im Moment schreibe ich meine Autobiografie, jetzt habe ich ja Zeit und Muße dafür. ski