Ein Talent mit Kampfgeist

Menschen / 04.08.2021 • 19:20 Uhr
Ein Monoski ermöglicht Maxi das Ski­fahren.
Ein Monoski ermöglicht Maxi das Ski­fahren.

Maxi Taucher (13), ein talentierter Jungsportler, kämpft sich sukzessiv an die Spitze.

Hohenems Maxi Taucher (13) ist seit seiner Geburt gehandicapt. Er kam mit einem gespaltenen Rückgrat zur Welt. Die Prognose der Ärzte war nicht vielversprechend. Hätten sie recht gehabt, könnte Maxi heute nicht einmal sitzen. Doch Maxi kann viel, viel mehr.

Das verdankt er seiner Kämpfernatur und seiner Familie. Die bezog ihn von klein auf in all ihre (sportlichen) Aktivitäten ein und legte so den Grundstein für seine jetzigen sportlichen Erfolge. Wenn seine Eltern Alexander und Elke und seine Schwester Lia einen Rad­ausflug machten, war Maxi auf seinem Handbike, einem dreirädrigen Fahrrad, mit dabei. Wenn sie Ski fahren gingen, flitzte Maxi mit dem Monoski die Pisten hinunter. Wenn die Kinder aus der Nachbarschaft Fußball spielten, jagte auch Maxi begeistert dem Ball nach – auf Krücken.

Rollstuhl ist kein Hinderungsgrund

„Die Sportlichkeit hat Maxi von mir“, meint sein Vater Alexander, der in seiner Jugend aktiver Fußballer war. Dem Automechaniker war es von Anfang an wichtig, dass sein Sohn nicht nur auf der Couch sitzt, fernsieht oder zockt. „Ich habe als Kind auch mehrere Sportarten erlernen und ausüben dürfen. Warum nicht auch Maxi? Der Rollstuhl ist doch kein Hinderungsgrund.“

Insgeheim hoffte Alexander, dass sein Sohn im Sport einmal etwas erreicht. Denn dem Vater war und ist es ein Herzensanliegen, dass sich sein körperlich beeinträchtigtes Kind auf einem Gebiet beweisen kann und Erfolgserlebnisse einheimst. „Aber dass Maxi so erfolgreich wird, hätte ich nie gedacht.“ Der 13-Jährige nimmt seit einigen Jahren an Handbike-Rennen teil. Inzwischen ist Maxi dreifacher Landesmeister. „Den Halbmarathon fährt er mittlerweile in 40 Minuten“, berichtet sein Vater voller Stolz.

Sein Vater coacht ihn

Doch neben dem Handbiken betreibt Maxi noch einen weiteren Sport auf hohem Niveau: Mit Rollstuhltennis fing der talentierte Jungsportler im Jahr 2016 an. Inzwischen hat er schon mehr als 30 Turniere bestritten und zwei Jugend-Staatsmeistertitel errungen. Maxi hat ein großes Ziel: „Ich würde gerne einmal bei den Paralympischen Spielen teilnehmen.“ Sein Vater und Coach hofft, „dass wir in zwei Jahren bei der U-18-Weltmeisterschaft mitmachen können. Da spielen die besten acht der Welt.“ Für seine sportlichen Ziele trainiert der Mittelschüler jeden Tag zweieinhalb Stunden, nur am Sonntag pausiert er. In seiner Freizeit hüpft Maxi gerne Trampolin. Es nervt ihn aber, dass er dies nur unter Zuhilfenahme seiner Hände tun kann. In solchen Momenten bedauert der Teenager, dass er gehandicapt ist. Ein Leben ohne Sport könnte sich der 13-Jährige nur dann vorstellen, „wenn ich mehr Freunde hätte, die mit mir fortgehen“. VN-kum   

„Wenn ich mehr Freunde hätte, könnte ich mir ein Leben ohne Sport vorstellen.“

Maxi Taucher mit seinen Eltern Alexander und Elke und seiner Schwester Lia.
Maxi Taucher mit seinen Eltern Alexander und Elke und seiner Schwester Lia.
Maxi Taucher hat es im Rollstuhltennis schon weit gebracht. Aber er will noch höher hinaus.VN/Taucher
Maxi Taucher hat es im Rollstuhltennis schon weit gebracht. Aber er will noch höher hinaus.VN/Taucher
Maxi ist ein Spitzen-Handbiker. Er schafft es, mit dem dreirädrigen Rennrad 70 Kilometer zurückzulegen. 

Maxi ist ein Spitzen-Handbiker. Er schafft es, mit dem dreirädrigen Rennrad 70 Kilometer zurückzulegen. 

Auf dem Tennisplatz spielt der zweifache Jugend-Staatsmeister sein Können aus.
Auf dem Tennisplatz spielt der zweifache Jugend-Staatsmeister sein Können aus.

Zur Person

Maximilian Taucher

hat in den Sportarten Tennis und Handbiken schon viele Erfolgserlebnisse eingeheimst.

Geboren 22. Dezember 2007 in Innsbruck

Wohnort Hohenems

Hobbys Tennis, Handbiken, Skifahren, Sledge-Hockey