Verbindungen schaffen, die zu schaffen machen

Menschen / 03.08.2021 • 21:42 Uhr
Das Telefon spielte bei Prinz Charles und Diana eine Rolle. Zuerst am Anfang ihres Kennenlernens. Später wurden pikante Telefonate der beiden öffentlich. AP
Das Telefon spielte bei Prinz Charles und Diana eine Rolle. Zuerst am Anfang ihres Kennenlernens. Später wurden pikante Telefonate der beiden öffentlich. AP

Es war fast auf den Tag genau vor 140 Jahren. Autor Franz J. Huber schreibt im Buch „Das Dornbirner Gütle“: „Am 10. August 1881 wurde das Gütle über Nacht in die europäische Öffentlichkeit und die Geschichtsschreibung katapultiert.“ In der Spinnerei F.M. Hämmerle wird Kaiser Franz Josef das erste Außerhaustelefon der österreichisch-ungarischen Monarchie, die Telefonverbindung zwischen dem Büro in Dornbirn-Oberdorf und der Spinnerei im Gütle – präsentiert.

Auch Thronfolger Charles greift – wenn es ihn gelüstet – zum Telefon. Diana erzählt, er habe sie nach dem ersten Treffen eine Woche lang täglich angerufen, dann aber drei Wochen lang nichts mehr von sich hören lassen. Die beiden sollen hauptsächlich miteinander telefoniert haben. Persönlich getroffen haben sie sich nur 13 Mal, bevor Charles Diana einen Heiratsantrag macht. Zwei Tage später reist Charles nach Australien. Diana hört, wie Charles mit Dauerfreundin Camilla vor der Abreise telefoniert. Sie bleibt verunsichert zurück. Diana wartet jeden Tag auf einen Anruf. Vergeblich. Diana benutzt das Telefon, um ihre Zuneigung zum verheirateten Kunsthändler Oliver Hoare auszudrücken. Nach dem Ende der Affäre bombardiert Diana ihn mit Hunderten Telefonaten. Die betrogene Ehefrau schaltet die Polizei ein. So werden über 300 Anrufe ermittelt, einige kommen direkt aus dem Kensington Palast, dem Zuhause von Diana. Im berühmten BBC-Interview gesteht Diana „über einen Zeitraum von sechs bis neun Monaten, ihn einige Male, aber bestimmt nicht auf eine besessene ‚Art‘ angerufen zu haben“. Auch das abgehörte Telefonat zwischen Charles und Camilla, in dem sich der Thronfolger wünscht, ein Tampon zu sein, um Camilla ganz nah sein zu können, erschüttert die Monarchie. Wenn das Charles‘ Ur-Ur-Ur-Großmutter Queen Victoria geahnt hätte. Denn sie ist es, die am 14. Jänner 1878 die erste Direktleitung von ihrem Landsitz Osbourne House auf der Isle of Wight zum Buckingham Palast bestellt hat.

„Diana hört, wie Charles mit Dauerfreundin Camilla vor der Abreise telefoniert.“

Lisbeth Bischoff ist Adelsexpertin und lebt in Dornbirn