Aus dem Hut gezaubert

Bei der großen Galashow eines Magierkongresses in Shenzhen (China) stand er gemeinsam mit Kollegen auf der Bühne.
Zauberkünstler Jürgen Peter möchte mit seinen Tricks sein Publikum berühren.
Hohenems Prominente wie der ehemalige spanische König Juan Carlos, der niederländische König Willem Alexander oder der Kronprinz von Bahrain haben eines gemeinsam. Sie haben sich vom Hohenemser Jürgen Peter verzaubern lassen. Seit 28 Jahren ist dieser nämlich als Zauberer, Magier, Verblüffungsexperte und Illusionist selbstständig. Er überrascht das Publikum mit seinen Illusionen von der großen Bühne aus sowie bei Mitarbeiter-Events oder bei einer privaten Geburtstagsfeier direkt am Tisch. „Ich liebe die Vielfältigkeit, die dieser Beruf bringt. Jeden Tag wartet eine neue Aufgabenstellung auf mich“, erzählt Jürgen Peter begeistert.
Authentizität ist wichtig
Mit der Eventagentur, die er betreibt, kann der 59-Jährige ganze Konzepte für seine Kunden erstellen und mit Freelancern umsetzen. So hat er für ein Bauunternehmen ein komplettes Schloss in Montreux um 500 Jahre zurückversetzt und zum Leben erweckt. „Wir haben sogar im Keller einen Kerker dekoriert, inklusive Kerkermeister“, erinnert sich Peter und ergänzt, dass dabei natürlich nicht auf die Magie vergessen wurde. Bei der Dekoration setzt er auf Authentizität. Dafür ist Peter, dessen Markenzeichen ein karierter Anzug ist, viel auf Märkten unterwegs. Es kann durchaus vorkommen, dass der Illusionist das gewünschte Utensil beim Handwerker fertigen lässt. „Ein Schlosser musste mir mal einen Hexenkäfig machen.“ Der Hexenkäfig, alle anderen Dekorationsobjekte und Zauberrequisiten sowie die komplette Veranstaltungstechnik hat er in einem riesigen Lager untergebracht. Dieses hofft er reaktivieren zu können, wenn wieder Veranstaltungen und Auftritte möglich sind. „Seit der Coronapandemie lebe ich von meinen Ersparnissen“, erklärt der Hohenemser und zählt auf den Herbst.
An der Zauberei selbst war Jürgen Peter von klein auf fasziniert. Es gibt Diabilder, die ihn als Vierjährigen im Zauberkostüm zeigen. Die Historie und Materie haben ihn immer interessiert. Mit 16 Jahren trat er dem Magischen Zirkel bei, einem Zauberklub, dem er auch einige Jahre vorstand. Seit etwas über drei Jahren ist er Präsident des Vereins „Magic Lodge“, der sich auch die Nachwuchsarbeit auf die Fahnen geheftet hat. Auch während seiner Lehre im drucktechnischen Bereich und seiner Arbeitsjahre für ein Textilunternehmen, darunter auch in Südafrika, hat ihn das Einüben von Zaubertricks nicht losgelassen.
Tricks im Schlaf
Neue Tricks übt der Profizauberkünstler auch heute noch so lange ein, bis er sie im Schlaf beherrscht. „Erst dann kann ich mich auf den Zuschauer fokussieren. Mir ist es wichtig, bei meinem Publikum eine Illusion entstehen zu lassen, die seine Seele berührt“, stellt er Ansprüche an sich. Die Zuschauer sollen vom Gefühl reden, das der Zauberer in ihnen ausgelöst hat, nicht von den Tricks. Dass er das kann, beweist unter anderem, dass er schon mehrmals als einziger österreichischer Zauberkünstler für die Golden Week anlässlich des chinesischen Nationalfeiertags für eine Veranstaltungsreihe in China gebucht wurde. VN-PAG
„Mein Publikum soll von dem Gefühl, das ich ihm mit den Tricks vermittle, sprechen.“





In seiner Freizeit wandert und klettert er gerne. Hier am Klettersteig Bocksberg.
Zur Person
Jürgen Peter
Geboren November 1961
Wohnort Hohenems
Familie drei Kinder
Hobbys Fotografieren, Wandern