Britischer Premier Johnson heiratet Lebensgefährtin

Am Samstag wurde im kleinen Rahmen kirchlich geheiratet.
London Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Wochenende seine Lebensgefährtin Carrie Symonds in einer geheimen Zeremonie geheiratet. Sein Büro in der Downing Street bestätigte am Sonntag entsprechende Berichte von „Mail on Sunday“ und „The Sun“. „Der Premierminister und Frau Symonds wurden gestern Nachmittag in einer kleinen Zeremonie in der Westminster Cathedral in London getraut“, teilte Johnsons Büro mit. „Das Paar wird seine Hochzeit im kommenden Sommer mit Familie und Freunden feiern.“
Geheime Hochzeit
Wenige Tage vor der Trauung hatte das Paar seine Gäste gebeten, sich den 30. Juli 2022 für die Hochzeitsfeier freizuhalten. Auch deshalb kam die geheimgehaltene Trauung kurz darauf für viele überraschend. Laut der „Sun“ wussten auch ranghohe Mitarbeiter in der Downing Street 10 nichts von den Hochzeitsplänen. Der 56-jährige Johnson und die 33-jährige Symonds hatten im Februar 2020 ihre Verlobung bekanntgegeben. Sie haben gemeinsam den einjährigen Sohn Wilfred. Für Symonds ist es die erste Ehe, für Johnson die dritte. Der Premierminister hat aus früheren Beziehungen mindestens fünf weitere Kinder. Er wurde als Katholik getauft, die Konfirmation erhielt er aber in der anglikanischen Kirche.
Die Trauung in der römisch-katholischen Westminster Cathedral sei trotz Johnsons früheren Ehen möglich gewesen, weil diese nicht in der Kirche geschlossen worden seien, sagte der auf Kirchenrecht spezialisierte Anwalt Matt Chinery dem „Times Radio“. „In den Augen der Katholischen Kirche erwachte Boris Johnson vergangene Woche als jemand, der nicht verheiratet war und nie verheiratet war, und deshalb stand es ihm frei, sich dieses Wochenende in der Kathedrale trauen zu lassen.“ Der letzte britische Premier, der im Amt geheiratet hat, war Lord Liverpool Robert Jenkinson im Jahr 1822.
Schwere Woche
Die Eheschließung folgte auf eine schwierige politische Woche für Johnson. Sein früherer enger Mitarbeiter Dominic Cummings sagte am Mittwoch vor Abgeordneten, der Premier habe im Umgang mit der Corona-Pandemie versagt und sei ungeeignet für seinen Posten. Des Weiteren wurde Johnson nach einer Ethik-Untersuchung vorgeworfen, er habe unklug gehandelt, weil er seinen Amtssitz renovieren lassen habe, ohne zu wissen, woher das Geld dafür stammte.