Liebe ist nur etwas für Stubenmädchen

In Adelshäusern dient dieser Spruch dem Amusement. Doch wer weiß, wieviel Wahrheit in ihm steckt. Weltweit herrscht großes Interesse, als die Liebesgeschichte zwischen Prinz Harry und der US-Schauspielerin Meghan Markle am 19. Mai 2018 mit dem JA-Wort besiegelt wird.
Die Familie von Meghan bereitet großes Kopfzerbrechen. Meghans Eltern sind geschieden und der Kontakt zu Vater Thomas nicht besonders innig. Dennoch soll er Meghan zum Altar bringen. Doch der zögert, sagt ab, dann wieder zu. Dann die Entscheidung: Meghans Vater kann aufgrund einer Herzoperation nicht kommen. So ist Meghan der alleinige Auftritt sicher. Auf halbem Weg wird sie vom Schwiegervater in spe, Kronprinz Charles, zum Altar der St. George’s-Kapelle von Windsor Castle begleitet. Das Brautpaar verzichtet auf das übliche Gehorsams-Gelöbnis der Braut.
„Die Tatsache, dass ich mich so schnell in Meghan verliebt habe, ist für mich die Bestätigung, dass die Sterne richtig standen, alles war perfekt. Diese wunderschöne Frau stolperte einfach in mein Leben“, sagt Prinz Harry anlässlich der Verlobung am 27. November 2017. Kurz nach Bekanntwerden der Beziehung mit Prinz Harry im November 2016 wendet sich die Pressestelle des Kensington-Palastes an die Medien mit der Bitte um Fairness. In manchen Boulevardblättern wurde Meghan nicht nur wegen ihrer Herkunft beschimpft. Es wurde spekuliert, bei Meghan sei von Liebe keine Spur, sie spiele nur die Rolle ihres Lebens. Neue Nahrung bekommt diese Spekulation, als die Sussexes kundtun, mit Sohn Archie in Meghans Heimat zurückzukehren. Auch wollen sie nur noch wenige Termine für das Königshaus wahrnehmen. Queen Elizabeth II. reagiert prompt auf den „Megxit“: Teilzeit-Royals sind am Königshof nicht vorgesehen. Vor der Hochzeit schwärmt Schwiegermutter Camilla, Herzogin von Cornwall, noch: „Ich bin völlig begeistert. Amerikas Verlust ist unser Glück.“
„Das Glück is a Vogerl“ – auch wenn eine Boulevard-Prinzessin einen Prinzen heiratet.
„In manchen Boulevardblättern wurde Meghan nicht nur wegen ihrer Herkunft beschimpft.“

Lisbeth Bischoff ist Adelsexpertin und lebt in Dornbirn