Letzte Vorbereitungen für Trauerfeier

Queen legt Dresscode für Prinz Philips Beerdigung fest. Die Polizei befindet sich in Alarmbereitschaft.
Windsor, London Die Vorbereitungen für die Trauerfeier von Prinz Philip morgen, Samstag, laufen auf Hochtouren. Während Proben und Sicherheitsoperationen laufen, um einen reibungslosen Ablauf der Zeremonie zu gewährleisten, besichtigten Prinz Charles (72) und seine Frau Herzogin Camilla (73) am Donnerstag ohne Öffentlichkeit Blumen und Beileidskarten, die – trotz der Bitte, davon abzusehen – noch immer von Menschen am Buckingham-Palast abgelegt werden. Neben dem engsten Familienkreis werden am Samstag auf Schloss Windsor mehrere Hundert Militärvertreter Teil der Zeremonie sein. Mit Spannung wird besonders die Gästeliste erwartet.
Briten müssen zuhause trauern
Die Zeremonie samt royaler Trauerprozession wird sich hinter den Mauern der königlichen Residenz abspielen. In anderen Zeiten versammeln sich zu royalen Großereignissen des Hauses Windsor – ob nun Beerdigungen, Hochzeiten oder Thronjubiläen – Hunderttausende Menschen auf den Straßen und Plätzen des Landes. Nun soll das Volk hingegen zuhause bleiben und vor dem Fernseher trauern. Der Bürgermeister von Windsor, John Story, hat die Briten geradezu angefleht, seiner Gemeinde fernzubleiben. Der Grund ist Corona. „Wir müssen jeden bitten, die eigene Gesundheit und Sicherheit und die von anderen ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen und nicht nach Windsor zu kommen“, mahnte er. Schon wenige Stunden nach dem Tod von Prinz Philip, der am vergangenen Freitag im Alter von 99 Jahren friedlich eingeschlafen war, bemühten sich Palast und Behörden, größere Menschenansammlungen von Trauernden zu verhindern – keine Blumensträuße an den Residenzen, bitte Abstand halten beim Trauern, so die offizielle Bitte von höchster Stelle.
Hohe Sicherheitsvorkehrungen
Auch die Sicherheitskräfte sind in Alarmbereitschaft. Nach Angaben der Polizei vom Donnerstag ist ein Mann in der Nähe des Buckingham-Palastes mit einer Axt festgenommen worden. Der Hintergrund blieb zunächst unklar. In Windsor, wo die Beerdigung stattfinden wird, durchkämmten Spezialeinheiten bereits Mülleimer, Briefkästen und Telefonzellen auf der Suche nach verdächtigen Gegenständen.
Hoffnung auf Aussöhnung
Britischen Medienberichten zufolge sollen Prinz William und Prinz Harry Seite an Seite den Trauerzug ihres Großvaters begleiten. Die Trauerfeier könnte eine Gelegenheit für Harry bieten, sich wieder mit seiner Familie zu versöhnen. Nach dem Rückzug von Harry und Meghan aus dem Königshaus haben sich die Gräben zwischen ihnen und dem Rest der Familie vertieft – spätestens seit das Paar den Royals in einem Fernsehinterview Rassismus und mangelnde Unterstützung vorwarf. Harrys Bruder William wies die Vorwürfe scharf zurück. Royal-Insider spekulieren nun auf eine Wiederannäherung im Rahmen der Beerdigung – mit Herzogin Kate als möglicher Schlichterin.



Ein Blumenmeer für Prinz Philip: Charles und Camilla besuchten die Gärten von Marlborough House und zeigten sich sichtlich berührt.

Auf Windsor Castle laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.


Straßenpolizisten bereiten sich auf ihre Patrouillen am Samstag vor.
Trauerfeier ohne Militäruniform
Die Royals werden bei der Trauerfeier Medien zufolge aus Rücksicht auf Prinz Harry, der seinen militärischen Titel abgeben musste, wohl keine Militäruniformen tragen. Die Queen wolle, dass die Männer der Familie zivile Kleidung tragen, schrieb die Zeitung “The Sun”.
Im Land Rover zur letzten Ruhestätte
Hinter den Schlossmauern soll der Sarg von Prinz Philip, geschmückt mit dessen persönlicher Flagge, ein Stück in einem Land Rover fahren, den Philip zu Lebzeiten mitgestaltet hat. Vertreter der Royal Navy, der Marine und Militärs sollen die Prozession musikalisch begleiten.