78. Golden Globes: Pandemie-Globes mit Botschaft statt Starrummel

Menschen / 01.03.2021 • 21:21 Uhr
Die 78. Verleihung der Golden Globes fand pandemiebedingt über Zoom statt. Die Nominierten wurden per Video von zu Hause zugeschaltet.   reuters
Die 78. Verleihung der Golden Globes fand pandemiebedingt über Zoom statt. Die Nominierten wurden per Video von zu Hause zugeschaltet.   reuters

Die Golden Globes sind vergeben. Große Sieger sind „Nomadland“ und „Borat“.

hollywood Ausgelassener Starrummel ade! Das Stimmungsbarometer bei Hollywoods erster großen Trophäen-Show der Preis­saison zeigte Tiefgang an. Der Top-Globe für das beste Drama ging an einen Independent-Film, der die verletzte Seele Amerikas aufzeigt. Das Road-Movie „Nomadland“ von Regisseurin Chloé Zhao erzählt die Geschichte einer Witwe, die mit wenigen Habseligkeiten in ihrem Van als Nomadin durch die USA zieht, von Frances McDormand unglaublich lebensnah gespielt.

 Auch in der Komödien-Sparte belohnten die Globe-Juroren einen Film, der die politische Realität Amerikas ins Visier nimmt. Für die bissige Gesellschaftssatire „Borat Subsequent Moviefilm“ (dt.: Borat Anschluss Moviefilm) zog der britische Komiker Sacha Baron Cohen durch die USA, mischte sich etwa unter Anhänger von Donald Trump und geriet in brenzlige Situationen.

Cohen saß entspannt neben seiner Frau Isla Fisher, die ihn spontan küsste, als er per Video-Schaltung seine Dankworte sprach. Die Globe-Nacht bot intime und witzige Einblicke in die eigenen vier Wände der Stars, samt Kindern und Haustieren. Schauspielerin Kate Hudson hatte ihre Großfamilie an der Seite, darunter Mutter Goldie Hawn.

Die zwölfjährige Deutsche Helena Zengel hatte sich mit schwarzer Jacke und Hut herausgeputzt. Für die Schülerin kam der spannende Moment gegen vier Uhr früh, in einer Schaltung aus einem Berliner Hotel. Der Nachwuchsstar aus dem Western „Neues aus der Welt“ ging bei der Verleihung leer aus. Hollywood-Veteranin Jodie Foster (58) holte stattdessen den Globe als beste Nebendarstellerin in dem Polit-Thriller „The Mauritanian“.

Leidenschaftlich sprach auch Jane Fonda, die den Ehrenpreis Cecil B. DeMille Award erhielt. Nach Bekanntwerden der Tatsache, dass in der Globes-Jury keine einzige schwarze Person vertreten ist, las sie der Filmindustrie ob deren mangelnder Diversität die Leviten. Sie warb dafür, die Unterhaltungsbranche für alle zu öffnen und unterschiedliche Stimmen zu hören. „Kunst war immer schon nicht nur im Gleichschritt mit der Geschichte, sondern hat den Weg vorgegeben. Also lasst uns Anführer sein.“

Die nächste spannende Runde im Preisreigen: Nach der Globe-Verleihung müssen nun die Mitglieder der Oscar-Akademie ihre Wahl treffen. Die Nominierungen werden am 15. März bekanntgegeben. Die Academy Awards sollen am 25. April über die Bühne gehen.