Stones drohen Trump mit Klage

Menschen / 28.06.2020 • 21:37 Uhr
Die Rolling Stones wollen juristisch verhindern, dass ihr Song weiter für parteipolitische Zwecke verwendet wird.AFP, AP
Die Rolling Stones wollen juristisch verhindern, dass ihr Song weiter für parteipolitische Zwecke verwendet wird.AFP, AP

US-Präsident ließ erneut „You Can’t Always Get What You Want“ bei Wahlkampfveranstaltung spielen.

London Die Rolling Stones drohen US-Präsident Donald Trump mit juristischen Schritten, weil er ihre Songs trotz einer Unterlassungserklärung bei seinen Wahlkampfauftritten spielt. Musik ist seit Langem ein zentraler Teil der Inszenierung von US-Wahlkampfauftritten. Ihre Rechtsvertretung arbeite mit der Organisation BMI für Musik-Urheberrechte zusammen, teilte die Rockband am Sonntag mit. Es solle verhindert werden, dass Trump ihr Material bei seinen Kundgebungen verwende. Sollte er sich weiter widersetzen, „würde er vor einer Klage wegen Vertragsbruchs und des Spielens von Musik stehen, für die keine Lizenz ausgestellt wurde“.

Wahlkampfmusikstreit

Die Stones und zahlreiche weitere Künstler hatten sich bereits 2016 darüber beklagt, dass Trump ihre Musik in seinem Wahlkampf abspielen ließ, um für Stimmung unter seinen Anhängern zu sorgen, allerdings vergeblich. Ihr Klassiker „You Can‘t Always Get What You Want“ von 1969 war dabei ein großer Hit. Zuletzt wurde der Song bei Trumps umstrittener Kundgebung in Tulsa, Oklahoma, gespielt. Die Veranstaltung fand im Innern statt und wurde dafür kritisiert, dass sich das neue Coronavirus dort unter den Bedingungen leichter verbreiten könnte.

Auch die Hinterbliebenen von Rockmusiker Tom Petty gaben bekannt, sie hätten eine Unterlassungserklärung gegen Trump erwirkt. In Tulsa hatte er zuvor „I Won‘t Back Down“ spielen lassen. „Tom Petty würde nie wollen, dass einer seiner Songs in einer Hass-Kampagne verwendet wird. Er mochte es, die Menschen zusammenzubringen.“

Neben den Rolling Stones und Tom Petty ist die Liste von Musikerinnen und Musikern, deren Songs gegen ihren erklärten Willen von Trump bei Auftritten verwendet wurden, lang: Von Adele und Pharrell über Guns ’n’ Roses und Neil Young bis hin zu Rihanna oder Steven Tyler.