“Spätes Glück vertreibt das welke Laub”

Menschen / 24.06.2020 • 22:29 Uhr
In knapp einem Jahr, am 8. Mai 2021, wollen beide kirchlich in Regensburg heiraten - hoffentlich mit vielen Gästen. APA/dpa
In knapp einem Jahr, am 8. Mai 2021, wollen beide kirchlich in Regensburg heiraten – hoffentlich mit vielen Gästen. APA/dpa

Ottfried Fischer und seine Lebenspartnerin haben geheiratet.

Passau Der Kabarettist Ottfried Fischer und seine langjährige Lebensgefährtin Simone Brandlmeier haben geheiratet – ganz heimlich und mit nur wenigen Gästen. „Ich bin jetzt von meinem Gefühl her ein treusorgender Ehemann“, sagte Fischer scherzend am Mittwoch der dpa in München. Lediglich rund 20 enge Verwandte und Freunde waren dabei: Der 66-jährige Schauspieler („Der Bulle von Tölz“) und seine 17 Jahre jüngere Verlobte gaben sich am vergangenen Freitag in einem Standesamt ihrer niederbayerischen Heimatstadt Passau das Jawort.

Hochzeit vorgezogen

Eigentlich wollte das Paar das große Ereignis erst im Herbst feiern, doch dann kam alles anders. „Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt die Braut, die sich am Telefon am Mittwochmittag schon als „Simone Fischer“ meldet. „Die große Hochzeit sehen wir nicht dieses Jahr.“

Ihr Gatte bestätigt: Die Hochzeit sei schon länger ein Thema gewesen, „dann haben wir es jetzt einfach gemacht“. Statt Herbst nun also Juni und bei idealem Wetter: „Wir hatten wahnsinnig viel Glück“, so die Braut.

Selbst die Coronapandemie konnte die Freude an diesem besonderen Tag nicht vermiesen, auch wenn Brautpaar und Gäste das Standesamt nur mit Mundschutz betreten durften.

Die Hochzeitstorte war nach den Vorgaben des Bräutigams gestaltet. „Ich habe die Hochzeitstorte mit einem Spruch versehen, der alles aussagt, was man zur Hochzeit wissen muss: Spätes Glück vertreibt das welke Laub.“

Wie fühlt es sich an, das Verheiratetsein? Ottfried Fischer, für den es die zweite Ehe ist, spricht vom Hochzeitszustand. „Wir waren jetzt so lange ein perfektes Team. Diesem perfekten Teamcharakter fehlte nur noch die bürokratische Anerkennung.“ Einen Unterschied stellt der an Parkinson erkrankte Kabarettist aber fest. „Es ist einfach ein anderes Gefühl, aber es macht auch Spaß.“