Sie hat ein Haus, ein Äffchen und ein Pferd

Pippi Langstrumpf wird 75.
Stockholm Die wohl größte Erfolgsgeschichte der Weltliteratur für Kinder begann am Bett eines siebenjährigen schwedischen Mädchens. „Pippi Langstrumpf wurde in dem Moment geboren, als ich zu meiner Mutter sagte: Bitte erzähl‘ mir mehr Geschichten“, erinnert sich Karin Nymann, die Tochter der im Jahr 2002 verstorbenen Autorin Astrid Lindgren. Sie habe damals krank im Bett gelegen und gewollt, dass ihre Mutter sie weiter unterhalte. Fast schon verzweifelt habe Lindgren darauf gefragt, was sie ihr denn noch erzählen könne, sagt Nyman. „Und da habe ich gesagt: Hmm, erzähl mir von Pippi Langstrumpf! Es war bloß ein Name, der mir in den Sinn gekommen ist.“
In 77 Sprachen übersetzt
Aus dieser Idee ist eine der bekanntesten Kinderbuchfiguren geworden. Die rothaarige und sommersprossige Pippi Langstrumpf lebt in einem großen Haus, der Villa Kunterbunt, die sie sich mit ihrem Äffchen Herr Nilsson und einem Schimmel auf der Veranda teilt. Die Nachbarschaftskinder Tommy und Annika werden schnell zu ihren Freunden, die Pippi mit ihren verrückten Einfällen und ihrem losen Mundwerk auf unglaubliche Abenteuer mitnimmt. Astrid Lindgrens Bücher über die Abenteuer des stärksten Mädchens der Welt sind in 77 Sprachen übersetzt worden, knapp 66 Millionen Exemplare wurden weltweit verkauft. Millionen von Kindern haben sich von Pippis wilden Geschichten begeistern lassen, sei es in Lindgrens Werken oder den ebenso berühmt gewordenen Pippi-Filmen mit Inger Nilsson in der Hauptrolle
All das war am zehnten Geburtstag von Karin Nyman noch undenkbar. Damals, am 21. Mai 1944, erhielt sie von ihrer Mutter ein ganz besonderes Geschenk. „Ich habe das Manuskript von Pippi Langstrumpf bekommen, als ich zehn Jahre alt geworden bin“, sagt Nyman im Gespräch mit der dpa. Ein Jahr später, im Jahr 1945, kam „Pippi Långstrump“ in der schwedischen Erstausgabe in den Handel – das ist der Grund, warum in diesem Jahr offiziell der 75-jährige Geburtstag von Pippi Langstrumpf gefeiert wird. Wegen der Coronapandemie muss der Großteil der Jubiläumsveranstaltungen jedoch ausfallen oder wurden auf Eis gelegt.
