Oranje-Königstag zu Hause

Feier für König Willem-Alexander kleiner als sonst.
Den Haag Zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren haben die Niederländer den Geburtstag ihres Monarchen zu Hause und ohne traditionelle Volksfeste begangen. Wegen der Coronakrise waren die Feiern am Montag, dem „Koningsdag“, verboten worden. König Willem-Alexander, der am Montag 53 Jahre alt wurde, wünschte seinen Landsleuten dennoch einen „einzigartigen Königstag zu Hause“.
Durchhalteparole
„Feiert gemeinsam, aber mit Abstand“, sagte der Monarch in einer kurzen live ausgestrahlten Rede aus seinem Palast in Den Haag. Er rief dazu auf, sich auch weiter an die Coronaregeln zu halten: „Haltet durch.“
Die königliche Familie zelebrierte den nationalen Feiertag zu Hause. Locker zeigte sich Willem-Alexander ohne Krawatte, seine Frau Maxima (48) und die Töchter Amalia (16), Alexia (14) und Ariane (13) trugen bunte Kleider. Ursprünglich sollten sie den 53. Geburtstag von Willem-Alexander in Maastricht feiern. Doch wegen der Coronakrise wurde der Besuch abgesagt.
Bei strahlendem Frühlingswetter hatte in der Früh das königliche Concertgebouw-Orchester in Amsterdam den Auftakt zum ungewöhnlichen „Koningsdag“ gegeben. In ihren jeweiligen Wohnungen hatten die Musiker das „Wilhelmus“, die Nationalhymne, angestimmt. Zum Abschluss des Tages sollten die Bürger am Nachmittag von ihren Balkonen, Wohnzimmern oder Vorgärten aus dem König zuprosten.
Der nationale Bund der Oranje-Vereine hatte „Woningsdag“ zum neuen Motto des „Koningsdag“ ausgerufen. Konzerte, Partys und sogar die traditionellen Flohmärkte sollten so viel wie möglich online stattfinden. 80 Prozent der Bürger haben Umfragen zufolge das alternative Online-Programm aber als „nicht gesellig“ empfunden.
2001 war das letzte Mal, dass die königliche Familie am nationalen Feiertag zu Hause blieb. Damals gab es in der östlichen Provinz Drenthe Maul- und Klauenseuche.