John Chester wurde Ökofarmer und drehte einen Film darüber

Menschen / 18.07.2019 • 12:30 Uhr
John Chester wurde Ökofarmer und drehte einen Film darüber
John Chester und seine Frau Molly wagten den Schritt in ein neues Leben.  AFP

Der Regisseur hat die Verwirklichung eines Traums dokumentiert.

Wien Alles begann mit einem Hund, der zu viel und zu laut bellte. Er war Ausgangspunkt dafür, dass das Ehepaar Molly und John Chester den mutigen Schritt in ein total neues Leben wagte. Ergebnis ist die  Doku „Unsere große kleine Farm“, die in achtjähriger Arbeit entstand.

Also, wie war das wirklich mit dem Hund namens Todd?

Wir hatten ihn aus einem Tierheim gerettet und in unser Appartement in Los Angeles gebracht. Immer wenn wir weggingen, begann er laut und pausenlos zu bellen. Offensichtlich fühlte er sich da schrecklich einsam.

Was ist dann geschehen?

Der Vermieter drohte uns mit Kündigung. Daraufhin entschlossen wir uns, einen Lebenstraum zu verwirklichen und eine Autostunde von L.A. entfernt eine eigene Farm zu gründen, auf 80 Hektar in den kalifornischen Hügeln. Todd kam natürlich mit.

Und das alles einfach so?

Wir brauchten natürlich viel Courage – und Geld. Gott sei Dank fanden wir einen Investor, der an unser Konzept glaubte. Nach und nach entstand auf einem ursprünglich verrotteten Stück Land unser Musterbetrieb. Acht Jahre lang haben wir alles mitgedreht.

Eine wesentliche Hilfe wurde Ihnen Alan York, ein Pionier der biodynamischen Landwirtschaft, der leider noch vor Fertigstellung des Films einer Krebserkrankung erlag.

Ohne Alan hätte es vieles nicht gegeben. Seine Theorie war, dass sich in der Natur alles von selbst regelt.

Wie viele Tiere leben heute auf Ihrer Farm?

Zuletzt haben wir 850 gezählt.

Demut und Geduld, sagen Sie, war bei diesem Projekt besonders wichtig?

Ja, mehr Geduld, als ich eigentlich habe. Doch ich habe sie gefunden. Wir hielten uns an Luke Skywalker aus „Star Wars“ und sein Motto: Du hast alle Kraft in dir. Nutze sie!

Was haben Sie als Filmemacher in den acht Jahren gelernt?

Dass wir wirklich keine Diva brauchten, um einen erfolgreichen Film zu produzieren. Denn die größte Diva ist Mutter Natur, und sie baut sich ihr eigenes, komplexes Immunsystem auf.

Was war für Sie der bisher größte Erfolg mit dem Film?

Die Schulvorführungen. Nachher sind viele Schüler zu uns gekommen und haben gratuliert: „Sie haben uns in 90 Minuten beigebracht, wozu unsere Lehrer ein ganzes Jahr brauchen!“ Für uns das schönste Kompliment. Von Ludwig Heinrich