Nach Zyklon “Idai”: Lustenauer Harald Grabher hilft Notleidenden in Mosambik

Caritas-Katastrophenhelfer: “Die Lage in den betroffenen Gebieten ist nach wie vor schwierig.”
Maputo, Lustenau Der Tropensturm “Idai” traf einige der ärmsten Länder der Welt mit voller Wucht. Einen Monat ist es her, dass durch den Zyklon etwa 1000 Menschen in Mosambik, Simbabwe und Malawi ums Leben kamen. In der Folge breitete sich Cholera aus, bisher gibt es fast 5000 Krankheitsfälle. Nun droht eine Hungerkrise. Einer, der die Situation vor Ort kennt, ist Harald Grabher, Caritas-Katastrophenhelfer. Der Lustenauer war gerade mehrere Wochen in Mosambik. Dort koordinierte er für die Caritas Vorarlberg die Nothilfe. „Die Lage in den betroffenen Gebieten ist nach wie vor schwierig“, erzählt der 46-Jährige.
Mindestens 1,5 Millionen Menschen hätten nichts zu essen und kein Dach über dem Kopf, schildert Grabher. „Alles was sie hatten, wurde weggeschwemmt oder zerstört.“ Da die gesamte Ernte ruiniert wurde, brauchen die Menschen Nahrungsmittel, sauberes Trinkwasser, Medikamente und Notunterkünfte. Der Programm-Manager für Mosambik der Caritas Vorarlberg betont: „Die normalen Lebensbedingungen müssten unbedingt wiederhergestellt werden, damit die Leute ihre Felder bewirtschaften können und wieder ein Einkommen haben.“ Die Caritas und ihre Partner vor Ort versuchen daher derzeit in erster Linie Lebensmittel, Küchen- und Waschutensilien, also alles, was sofort dringend gebraucht wird, zu den Menschen zu bringen. In einem weiteren Schritt sollen sie Werkzeug und Saatgut bekommen, damit die Äcker wieder bestellt werden können. “Die Krise wird uns mindestens noch ein Jahr beschäftigen.”
Ohne Hilfe von außen wird der Wiederaufbau nicht zu stemmen sein.
Harald Grabher, Katastrophenhelfer
Die Weltbank schätzt, dass sich die Schäden in den betroffenen Ländern auf rund zwei Milliarden US-Dollar (umgerechnet 1,7 Milliarden Euro) summieren. „Ohne Hilfe von außen wird der Wiederaufbau nicht zu stemmen sein“, sagt Grabher, der seit 2010 als Katastrophenhelfer im Einsatz ist. Mosambik ist das Schwerpunktland des Lustenauers, der auch portugiesisch spricht. Woher der 46-Jährige seine Motivation nimmt? “Ich arbeite schon so lange mit den Menschen vor Ort und den Partnerorganisationen zusammen. Ich kenne sie in guten und in schlechten Zeiten. In den schlechten Zeiten will ich sie nicht allein lassen.”