Bischof Benno Elbs zum verheerenden Brand in Notre-Dame: “Ich bin schockiert und persönlich betroffen”

Menschen / 16.04.2019 • 18:30 Uhr
"Notre-Dame ist ein Symbol", betont Elbs im VN-Interview. VN/Paulitsch
“Notre-Dame ist ein Symbol”, betont Elbs im VN-Interview. VN/Paulitsch

Der Vorarlberger Diözesanbischof lebte früher ein Jahr lang in Paris.

Feldkirch Benno Elbs ist bestürzt über den verheerenden Brand in Notre-Dame. Der Vorarlberger Diözesanbischof ist davon überzeugt, dass die Pariser Kathedrale für viele Menschen ein wichtiges Symbol darstellt. Das merke man an vielen emotionalen Reaktionen auf das Unglück. Gleichzeitig hat Elbs auch einen persönlichen Bezug zu dem populären Gotteshaus.

Wie ist es Ihnen ergangen, als Sie von dem Brand gehört haben?

Wir haben gerade die Chrisammesse im Feldkircher Dom St. Nikolaus gefeiert, als der Brand begonnen hat. Ich war schockiert und persönlich betroffen.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit der Kathedrale?

Ich habe mit 22 ein Jahr lang in Paris gelebt und studiert. Fast jeden Tag war ich in Notre Dame. Der persönliche Bezug zur Kirche war und ist daher sehr groß. Dort habe ich viele Stunden mit Gebeten verbracht und Gottesdiensten und wunderschönen Konzerten beigewohnt. Später war ich auch noch mehrmals dort. Die emotionale Bindung zu Notre-Dame kommt aber aus der Zeit des Studiums.

Welche Bedeutung hat diese Brandkatastrophe gerade in der Osterwoche?

Notre-Dame ist ein Symbol. Das merkt man an der großen Emotion, an den vielen Reaktionen. Die Kathedrale ist ein Symbol der Freiheit. Als Frankreich von den Nationalsozialisten befreit wurde, läuteten die Glocken. Natürlich ist Notre-Dame auch ein Symbol für die christlichen Werte. Für mich ist es schon bedeutsam, dass der Brand eines Kirchengebäudes gerade in einem laizistischen Staat wie Frankreich eine so emotionale Reaktion auslösen kann. Das zeigt, dass es mit den menschlichen und emotionalen Wurzeln, wie zum Beispiel Solidarität, zu tun hat, die für Europa so wichtig sind. Da ist Ostern ganz wichtig, es ist das zentrale Fest für die Christen. Es zeigt: Das Leben ist stärker als die Zerstörung.

Was sagen Sie zu den schnellen Spendenzusagen für den Wiederaufbau?

Jede Katastrophe, jede Krise führt auch zu Solidarität. Das ist zutiefst menschlich. Ich erlebe das auch bei vielen Beerdigungen und Krisen. Gott sei Dank. Das ist natürlich auch ein österlicher Gedanke. Ostern kann man als das Trotzdem-Fest sehen. Das heißt: In der Not, in der Krise kann man auf Solidarität und das „Trotzdem“ hoffen.