Ältestes Bregenzer Gasthaus ist zurück: Mit gutbürgerlicher Küche, cooler Bar und legendärem Saal

Nach zwei Jahren öffnet das Braugasthaus wieder Restaurant und den berühmten Saal. Im Restaurant soll gutbürgerliche Küche angeboten werden. Barbetreiber wird auch den beliebten Saal wieder beleben.
Bregenz Eines der stolzesten Gebäude in der Bregenzer Innenstadt mit einer Geschichte, die bis in das Jahr 1641 zurückreicht, lag die vergangenen zwei Jahre im Dornröschenschlaf – zumindest ein Teil des Stadtgasthofes, denn in der Bar des Traditionshauses ist vor acht Monaten eine Popup-Bar eingezogen. Aus der Bar wird nun eine Dauereinrichtung und auch in den Räumlichkeiten der Gaststätte kehrt bald wieder Leben ein. Denn – und das wird die Freundinnen und Freunde gutbürgerlicher Gastlichkeit freuen –, das Gösserbräu erwacht zu neuem Leben. Die WandelBAR, die Mike Erath, der gut zwei Jahrzehnte die Paschanga-Bar führte, als Popup mit Gastgarten im Juli 2025 eröffnete und die inzwischen ein Fixpunkt in der Bregenzer Gastronomie ist, wird zur Dauereinrichtung. Und es wird auch sein Wunsch in Erfüllung gehen.

Bereits im vergangenen Jahr arbeitete Erath an einem Konzept, das dem gesamten Gebäude mit Bar, Restaurant und Saal eine langfristige Perspektive geben soll, wie er im September 2025 in einem Gespräch mit den VN erzählte: “Ideal wäre es, wenn wir einen Wirt finden, der das Gösserbräu gemeinsam mit mir bespielt”, hat er damals verraten.

Nun ist es so weit: Er hat zwar keinen Wirt gefunden, aber eine Wirtin: Jill Sabrina Laner wird das Restaurant übernehmen und das anbieten, für das sie schon jetzt weitum berühmt ist. Laner ist Wirtin im Harder Gasthaus Sternen. Wie das Gösser in Bregenz ein Gasthaus mit 139 Jahren Tradition und Erfahrung. Der Sternen ist ein Magnet für Freundinnen und Freunde der gutbürgerlichen Küche. Serviert werden dort Gasthaus-Klassiker wie Gulasch, Schweinebraten, Lumpensalat, natürlich Wiener und andere Schnitzel und je nach Saison Spezialitäten aus der Vorarlberger und österreichischen Küche. Und genau das wird sie auch im Gösser auf die Speisekarte setzen. Zur Freude der verpachtenden Haberkorn-Stiftung, der das Gebäude gehört und die das Gasthaus im Jahr 2014 nach aufwendiger Renovierung mit dem Wunsch eröffnete, den Gästen einen gutbürgerlichen Treffpunkt zu bieten.

Die beiden Wirtsleute, die jeweils ihren eigenen Betrieb haben, kennen sich schon seit langem. “Jill kenne ich als Gast aus dem Paschanga schon seit 20 Jahren”, berichtet Erath, aus anfänglich lockeren Gesprächen habe sich schlussendlich herauskristallisiert, dass “wir gut zusammenpassen” und so wurden die Pläne konkret. Derzeit ist die Harder Wirtin mit ihrem Team schon dabei, die Küche und die Gasthausräumlichkeiten für die Neueröffnung herzurichten. Laner wird beide Lokale betreiben, ihr bewährtes Team mit vielen langjährigen Mitarbeitenden “steht voll dahinter und zieht mit”, freut sie sich auf die neue Aufgabe.
Restaurant-Eröffnung im Juni
Mit Sommerbeginn sollte es so weit sein, informiert sie über die Eröffnung des Restaurants, das sowohl mittags wie abends offen haben wird und in der Festspielzeit durchgehend. Man werde dabei Erfahrungen sammeln und die Öffnungszeiten so anpassen, wie es für die Gäste passe. Nach der Eröffnungsphase werde man sicher die Zusammenarbeit mit der WandelBAR im Gösser ausbauen, sind sich die beiden Wirtsleute einig. Natürlich ist auch eine Zusammenarbeit bei der Bewirtung des schönen Saales angedacht. Der wird von Mike Erath betrieben. Ein Konzept dafür hat er ausgearbeitet. “Das umfasst ein Kulturprogramm, außerdem wollen wir den Saal für Tagungen und Vereine öffnen.” Natürlich sei man auch gerne Gastgeber bei Hochzeiten. Was nicht kommt: Clubbings oder ähnliche Veranstaltungen, die laut sind und hier nicht herpassen. “Da nehmen wir Rücksicht auf unsere Nachbarn und Mitarbeiter”, erklärt der Wirt und freut sich schon, dass das Gösser bald wieder komplett geöffnet ist.