Börsentipp: Balanceakt der US-Notenbank

Markt / 19.09.2025 • 10:28 Uhr
Börsentipp: Balanceakt der US-Notenbank

Experte Jürgen Rupp (Raiffeisen Landesbank) zur ersten Zinssenkung seit Ende 2024.

Bregenz Die US-Notenbank reagierte diese Woche auf die Abschwächung des Arbeitsmarktes mit ihrer ersten Zinssenkung seit Ende 2024. Da die Federal Reserve (Fed) mit der Zinssenkung geliefert hat, was an den Märkten längst erwartet worden war, reagierten die Kapitalmärkte relativ gelassen.

Die Gefahr einer deutlichen Abschwächung des Arbeitsmarktes wird von der Fed jedenfalls nun größer eingeschätzt als eine neue Inflationswelle.

US-Präsident Donald Trump drängte die Federal Reserve bereits zuvor zu massiven Zinssenkungen und hat mit seinem Wirtschaftsberater Stephen Miran einen direkten Vertreter im Entscheidungskomitee der Notenbank installiert.

Aktuell bewegt sich die US-Wirtschaft angesichts des schwachen Arbeitsmarktes und hartnäckiger Inflation von aktuell 2,90 % in einer fragilen Situation.

Mit entsprechend großer Spannung wurde an den Finanzmärkten daher die Zinssitzung erwartet. Die US-Notenbank Fed lässt sich jedoch nicht auf die politischen Manöver der Trump-Regierung ein. Die Fed hat mit weitgehender Einigkeit nur eine moderate Anpassung des Zielbands für die Federal Funds Rate um 0,25 Prozent nach unten auf 4 bis 4,25 % beschlossen. Die einzige Gegenstimme war Stephen Miran, der für eine Senkung um 50 Basispunkte stimmte.

Für die beiden verbleibenden Sitzungen in diesem Jahr werden zwei weitere Lockerungen von jeweils 25 Basispunkten signalisiert. Jedoch herrscht für diese beiden letzten Sitzungen in diesem Jahr Uneinigkeit bei den Fed-Mitgliedern. Auch für den Ausblick auf das Jahr 2026 gehen die Meinungen ebenfalls weit auseinander.

Die Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell läuft im Mai ab, und Trump will bald einen Nachfolger nominieren. Der nächste Notenbankchef wird vermutlich den Forderungen des US-Präsidenten nach kräftigeren Zinssenkungen eher entgegenkommen.