Startup wächst rasant: Diese Firma entwickelt nun Gewerbepark

Im Gebäude einer ehemaligen Metalltechnikfirma entsteht ein neuer Standort von und für Greentech- und Proptech-Pioniere. Die neuen Eigentümer sind mit Greentech-Startup auf Expansionskurs.
Altach In die Hallen und Räumlichkeiten einer ehemaligen Metalltechnikfirma ist neues Leben eingezogen. Die neuen Eigentümer Benjamin Semet und Manuel Hehle, beide zu je 50 Prozent Gesellschafter der Pioneer Group GmbH, die bislang in Lochau ihren Sitz hat, wollen aus dem nun GW12 getauften Industriebau aber mehr machen: ein Gewerbeareal für regionale Unternehmer, Handwerksbetriebe und innovative Macher. Das sind auch die bereits ansässigen Firmen mo energy systems, Moser Recycling und der Dorfinstallateur, der in der großen Halle mit Kran auch große Werkstücke – etwa Tanks – produzieren kann.
Platz für Expansion
Mehr Platz brauchte die Pioneer Group selbst, weil das Ankerunternehmen im neuen “Eco Hub”, mo energy systems, in dem sowohl die Pioneer Group als auch ihre beiden Eigentümer Gesellschafter sind, rasant wächst. Und das trotz der anhaltenden Krisen in den vergangenen Jahren und nicht erst seit der mo-Präsentation bei “Höhle der Löwen”, der deutschen Business-Show, wo das junge Unternehmen wertvolle Kontakte knüpfen konnte. “Unser Ziel ist es, mit solchen Sendungen unseren Bekanntheitsgrad zu steigern”, sagt dazu Manuel Hehle. Aber zurück zum Wachstum: Bereits im ersten Jahr des Bestehens erreichte das von Alexander Moosbrugger, dem “technischen Kopf”, und Finanz- und Finanzierungsexperte Manuel Hehle als Co-Founder gegründete Startup eine Million Euro Umsatz und war Cashflow-positiv. Heuer soll sich der Umsatz verdoppeln, geplant ist eine Finanzierungsrunde im Herbst mit 1,5 Millionen Euro. “2028 wollen wir einen Umsatz von 20 Millionen Euro machen und Innovationsführer bei PV-Fassaden in Europa sein”, skizziert Hehle im Gespräch mit den VN die Ziele von mo energy systems, das derzeit zehn Mitarbeiter beschäftigt. Für diese schnelle Expansion braucht man Platz – und den gibt es in dem Gebäude in Altach.

Den Erfolg hat das Unternehmen, das bisher seinen Sitz in Lochau und das Lager in Lindau hatte, mit patentierten Plug-and-Play-Unterkonstruktionen für PV-Anlagen – nicht am Dach, sondern für verschiedene Fassadentypen. “Das Potenzial ist riesig”, bezieht sich Hehle auf eine Analyse des Fraunhofer-Institutes. “In einer Studie des Fraunhofer-Instituts wurden allein in Deutschland 2200 Quadratkilometer Bestandsfassaden identifiziert, die sich für PV eignen würden”, so Hehle. Dass die Zukunftsaussichten rosig sind, zeigen auch Auszeichnungen und die Förderung durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft.

Als das Gebäude in Altach zum Verkauf stand, habe man deshalb zugegriffen und ideale Voraussetzungen vorgefunden, die nun entsprechend ausgebaut werden können. Neben dem Platzbedarf der bereits vorhandenen Firmen, stehen Flächen für alle möglichen Nutzungen zur Verfügung, bzw. können sie für den jeweiligen Firmenzweck adaptiert werden. „Wir stellen uns GW12 als einen Unternehmenshub vor, sozusagen ein Coworking-Space, bei dem man gegenseitig voneinander profitieren und auch zusammenarbeiten kann“, skizziert Hehle die weitere Entwicklung des Gewerbegebäudes, das seinen Namen GW12 der Adresse Große Wies 12 schuldet.
Erfolgsfaktor Zusammenarbeit
Erfahrungen mit Coworking und “Cogründung” haben die Initiatoren: Auch die Zusammenarbeit mit Alexander Moosbrugger im jetzigen Unternehmen mo energy systems hat in einem von Hehle initiierten Coworking-Space in Lochau begonnen. Überhaupt setzt man in der Pioneer Group tatsächlich auf Gruppenarbeit: Ein weiteres Unternehmen, an dem die Gruppe beteiligt ist, ist die Timber One AG, die in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Projektmanagement-Unternehmen albrings + Müller ag sowie der Hobb Holzveredelung GmbH in Bad Bentheim im Holzmodulbau tätig ist. Und mit dem ehemaligen Radprofi Matthias Brändle hat Hehle, der aus einer bekannten Eichenberger Gastronomendynastie stammt, auch einen Schritt in die Hotellerie gemacht und das Velotique Hotel Angelika mit einem Fahrrad-Schwerpunkt aufgesperrt.

