Das ist cool: Terminal Wolfurt setzt auf Innovation aus Vorarlberg

Markt / 27.07.2025 • 12:00 Uhr
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Der Terminal Wolfurt nimmt mit neuen Systemen eine Vorreiterrolle im Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit im alpenquerenden Gütertransport ein. FA

Eine Vorarlberger Innovation ist auf Terminals und in Häfen in aller Welt inzwischen unverzichtbar. Nun freut sich das Hightech-Unternehmen darüber, dass es endlich auch in Vorarlberg zum Einsatz kommt.

Wolfurt, Lustenau Der globale Handel nimmt trotz weltweit zu spürender Pannen und politischer Angriffe unweigerlich zu. Und auch die Logistik mit temperaturempfindlichen Waren wächst ständig. Das Lustenauer Unternehmen Identec Solutions, das erst vor Kurzem von der MH Global Invest GmbH der beiden Vorarlberger Unternehmer Elmar Hartmann und Mathias Muther übernommen wurde (die VN berichteten), ist im Bereich der Echtzeit-Überwachung von Kühlcontainern nicht nur Pionier, sondern dank der überzeugenden Lösung Weltmarktführer in diesem Bereich. Was bislang in über 70 Containerterminals weltweit von Singapur über Australien bis Den Haag im Einsatz ist, ist jetzt auch erstmals am Standort des Terminals im Einsatz.

Neuer Standard

Der Güterterminal Wolfurt setzt als erstes Güterterminal Reefer Runner in Europa ein. “Mit diesem Angebot setzen wir einen neuen Standard für die Abwicklung von Kühltransporten auf der Schiene. Das Terminal Wolfurt nimmt damit eine Vorreiterrolle im Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit im alpenquerenden Gütertransport ein”, freut sich Robert Steger, Terminalleiter Wolfurt, ÖBB-Infrastruktur AG, Terminal Service Austria. Und auch Wirtschaftslandesrat Marco Tittler ließ sich diese Premiere nicht entgehen: “Das Produkt, das von der ÖBB Terminal Wolfurt gemeinsam mit der Firma Identec Solutions umgesetzt und installiert wurde, positioniert Vorarlberg als absolut innovativen Logistikstandort.” Besonders erfreulich sei natürlich die Kooperation zweier in Vorarlberg ansässiger Unternehmen, so der Landesrat anlässlich der Inbetriebnahme des Reefer Runner-Systems.

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So klein und praktisch, dass man das Kernstück des Reefer Runner-Systems kaum erkennt. Die blauen Geräte in den Händen der abgebildeten Personen sind entscheidend. FA

Der Einsatz des Systems ermöglicht eine durchgängige, digitale Kontrolle der Kühltransporte direkt vor Ort. Die neu errichtete Reefer-Anlage in Wolfurt bietet Platz für 54 Kühlcontainer. Die Einführung erfolgt schrittweise und wird laufend erweitert. Sie gewährleistet die Stromversorgung der Container und die drahtlose Übertragung sämtlicher Betriebs- und Temperaturdaten an das in Lustenau entwickelte Überwachungssystem. Diese Daten sind im Kontrollzentrum rund um die Uhr in Echtzeit einsehbar. Ein automatisches Alarmsystem meldet sofort jegliche Abweichung vom vorgegebenen Temperaturbereich, was ein schnelles Eingreifen ermöglicht und die lückenlose Sicherheit der Kühlkette garantiert.

Blueprint für Europa-Terminals

“Das Terminal Wolfurt ist ein Blueprint für alle anderen Terminals in Europa, da die EU den Güterverkehr weg von der Straße auf die Schiene und die Schifffahrt verlagern möchte. Dort kann Reefer Runner glänzen – besonders, wenn bei Personalknappheit eine zuverlässige Überwachung gewährleistet sein muss”, informiert Jordi Asensio, Produktmanager von Reefer Runner bei Identec Solutions. Das Terminal ist ein zentraler Exportknotenpunkt für Unternehmen aus Vorarlberg sowie dem angrenzenden schweizerischen und liechtensteinischen Raum. Es bestehen regelmäßige Zugverbindungen zu den wichtigsten Seehäfen Europas, darunter Hamburg, Bremerhaven, Rotterdam und Koper.

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Premiere am Terminal Wolfurt (v. l.): Wirtschaftslandesrat Marco Tittler, Terminalleiter Robert Steger, Identec Solutions-CEO Urban Siller und Jordi Asensio, Identec-Produktmanager für das Reefer Runner-System. FA

Für das Lustenauer Unternehmen ist die Inbetriebnahme des Reefer Runner-Systems gleich aus mehreren Perspektiven ein Glücksfall, wie Firmen-CEO Urban Siller anmerkt: Ein Auftrag im eigenen Land sei immer etwas ganz Besonderes, das auch die Mitarbeiter freut. Und: Da der Güterterminal Wolfurt nur wenige Kilometer von der Zentrale des Unternehmens entfernt ist, lassen sich quasi vor Ort Innovationen leichter im Feld testen.