Silvretta-Straßensperre: Paznauner Hoteliers fordern schnelle Öffnung

Die Sperre der Silvretta Hochalpenstraße zehrt an den Nerven – vor allem der Paznauner Hotellerie, die mit starken Einbußen rechnet und Untätigkeit auf der Vorarlberger Seite vermuten.
Bregenz, Gaschurn, Galtür “Alle, vom Landeshauptmann über die Bürgermeister bis hin zum Tourismus sollen einem in Bregenz auf den Tisch hauen”, zitiert die Tiroler Tageszeitung (TT) Luggi Salner. Der Galtürer Hotelier sieht nämlich keine höheren Mächte, sondern den Straßenhalter illwerke vkw dafür verantwortlich, dass die Silvretta-Hochalpenstraße nach wiederholten Murenabgängen noch immer gesperrt ist. “Die sind nicht einmal in der Lage, den Damm zu bauen”, so Salner, dessen Hotel sich im Sommer auf Motorradfahrer spezialisiert hat, die die spektakuläre Passstraße passieren.
Einbußen im Tourismus
Er sei mit seinem Ärger über den Straßenhalter nicht alleine, diktiert er der TT in den Notizblock, auch andere Hoteliers im Paznauntal kritisieren die Sperre und sprechen von Einbußen zwischen 25 und 50 Prozent, es könne dem Hochgebirgstal, das übrigens auch selbst schon von Muren und Lawinen betroffen war, 20.000 Nächtigungen kosten. Das lässt illwerke vkw-Sprecher Christof Burtscher nicht so stehen. Erstens informiere man sehr transparent über die Arbeiten und die Gefahren auf der Straße, zweitens sei man selbst betroffen und drittens zeigten die Montafoner Touristiker Verständnis, obwohl auch sie betroffen sind, so Burtscher auf VN-Anfrage. “Wir können nicht zaubern und wollen kein Risiko eingehen. Der Geologe hat das letzte Wort”, erklärt er.

Weniger Nächtigungen und Einnahmen gibt es freilich nicht nur bei den Paznauner Hotel- und Gastronomiebetrieben, auch im Montafon ist die Sperre zu spüren, sagt Silvretta-Montafon-Geschäftsführer Peter Marko, dessen Unternehmen Hotels und Gastronomiebetriebe im Montafon betreibt. “Der Umsatz fehlt”, die Silvretta-Hochalpenstraße sei ein wichtiges touristisches Angebot, es sei schade für das ganze Tal, dass die Straße gesperrt sei. Aber in der Sache selbst ist er beim Straßenbetreiber: “Sicherheit geht vor, das hat ganz klar Priorität”, so Marko. Diese Ansicht teilt auch der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Paznaun-Ischgl: “Auch die Illwerke würden die Straße lieber aufsperren, als die Öffnung zu verschieben”, sagt er. Im Montafon, so illwerke-vkw-Sprecher Burtscher, “verstehen 95 Prozent der Menschen, dass wir erst öffnen können, wenn die Straße wieder sicher ist.” Ob das zeitnah gelingt, ist nicht sicher. Am Wochenende und am Montag sind starke Niederschläge angekündigt.