Wälder Nischenplayer wächst stark: 15 Millionen Euro-Investition in neues Hauptquartier

Bregenzerwälder Anlagenbauer als Senkrechtstarter: 2017 gegründet, wächst der Aluminiumspezialist rapide und braucht Platz. Jetzt erfolgte der Spatenstich in Sporenegg.
Egg, Andelsbuch Christian Bischofberger war gerade beim Salon International de l’Aéronautique et de l’Espace in Paris, der größten Flugzeugmesse der Welt, und er führte dort mit seinen Kunden aus einer der wenigen Branchen, die derzeit boomen, gute Gespräche. Der Unternehmer ist in seiner Nische seit Langem als Fachmann international gefragt. Seit dem Jahr 2017 gibt es das Unternehmen Briganto – eine Ableitung des lateinischen Namens für Bregenzerwald – mit Sitz in Egg. Das Unternehmen ist in einer für den Bregenzerwald eher unüblichen Nische tätig – es baut maßgeschneiderte Aluminiumsägen und bietet dazu ein umfassendes Leistungsangebot für die aluminiumverarbeitende Industrie an – von der Beratung und Analyse über die Konstruktion bis zu Software und Steuerungstechnik sowie der Schulung der Mitarbeiter.

Die Produkte des Unternehmens sind weltweit in der Luftfahrtindustrie, in der Automobilbranche, bei Presswerken und im Metallhandel im Bereich Plattensägen, Profil- und Ablängsägen und generell in der Automatisierung im Einsatz – “in Österreich haben wir nur einen Kunden”, so Bischofberger, “die Hydro Nenzing”. Das vor acht Jahren gegründete Unternehmen beschäftigt inzwischen in Egg 47 Mitarbeiter, der Umsatz beträgt 15 Millionen Euro. Das Wachstum beträgt, so Bischofberger, rund 30 Prozent im Jahr. Briganto hat außerdem eine Tochterfirma in den USA mit zehn Mitarbeitern und eine in Italien mit zwei Angestellten.
“Die Lage ist ideal”
Deshalb wälzt er schon seit 2021 Baupläne, die jetzt umgesetzt werden. Gerade wurde der Spatenstich für den Betriebsneubau gesetzt – bis spätestens 2027, zum zehnjährigen Jubiläum von Briganto, soll der neue Firmensitz fertig sein, so der Firmeneigentümer im Gespräch mit den VN über den Zeithorizont für das vom vielfach ausgezeichneten Bregenzerwälder Architekten Bernardo Bader entworfene Gebäude, das an einem bekannten Standort im Bregenzerwald entsteht. In Sporenegg, dort, wo auch die seit Jahren diskutierte Wälderhalle entstehen sollte. “Die Lage ist für unsere Firma ideal. Wir machen zwar keinen Lärm, aber wir könnten es, wenn es einmal so wäre. Auch die Zu- und Abfahrt für Lkw ist ideal und ganz wichtig für uns – die Wege für unsere Mitarbeiter, die zum größten Teil aus dem mittleren Bregenzerwald kommen.”

Das neue Firmengebäude, dessen Realisierung mit 15 Millionen Euro kalkuliert ist, sei bewusst auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter ausgerichtet, so Bischofberger. Es sei auch ein Stück Lebensqualität, die man mit einer Arbeitsstätte nah am Wohnort hat. Derzeit müssen die meisten Metallspezialisten aus dem Bregenzerwald den immer beschwerlicheren Weg ins Rheintal nehmen, “bei uns kommen jetzt schon viele mit dem Jobrad zur Arbeit – sogar im Winter”.
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Im neuen Gebäude – 36 Meter breit und 85 Meter lang – sind natürlich entsprechende Räume für die Mitarbeiter eingeplant. Ansonsten gibt es genug Platz für die Entwickler, den Vertrieb und die Servicemitarbeiter, die Montage und Kundenabnahme, für eine Ausstellung und eine Tiefgarage. Die Fassade ist auf gut wälderisch aus Holz, berichtet Bischofberger, der übrigens auch in dem langen Zeitraum zwischen ersten Plänen und Baubeginn das Gute sieht: “So konnten wir Fehlplanungen ausschließen, die uns bei einer schnellen Planung vielleicht unterlaufen wären.”