Das wird der neue Partner von Vorarlbergs beliebtester Marke

Markt / 28.04.2025 • 18:30 Uhr
Das wird der neue Partner von Vorarlbergs beliebtester Marke
Der Wunschpartner für den Vorarlberger Lebensmittelproduzenten ist ein Unternehmen, das mit Frischeprodukten und Innovationen zum Marktführer in diesem Segment wurde. APA

Vorarlberg Milch-Genossenschafter werden über Optionen und Wunschpartner informiert – Entscheidung über die Verschmelzung bei der Generalversammlung im Mai.

Feldkirch, Baden Die Vorarlberg Milch, eine der größten und für die Landwirtschaft die wichtigste Genossenschaft, in der 444 Landwirtinnen und Landwirte Mitglieder sind, hat schwierige Jahre hinter sich. Und die sind nicht dem Bau des Generationenprojektes, der modernsten und energie- wie klimaeffizientesten Milchverarbeitung in Österreich, geschuldet (“Ohne Generationenprojekt würde es die Vorarlberg Milch gar nicht mehr geben”) sondern dem, was seit 2020 auch andere Unternehmen hart getroffen hat.

Das wird der neue Partner von Vorarlbergs beliebtester Marke
Die Niederösterreichische Molkerei mit Sitz in Baden bei Wien ist der Wunschpartner für eine Kooperation mit der Vorarlberg Milch Genossenschaft. APA

„Unser Neubau war noch nicht fertig, als Corona für einen Zusammenbruch des Exports und der Belieferung von Gastronomie und Hotellerie gesorgt hat“, erklärt ein führender Genossenschafter, der seinen Namen allerdings nicht in der Zeitung lesen will. Der nächste Tiefschlag sei durch die explodierenden Energiepreise erfolgt, dazu kam folglich die Unzufriedenheit vieler Mitglieder mit den niedrigen Milchpreis, der zu Kündigungen führte, die in Summe rund 10 Millionen Euro betrugen. Die Folge: 2023 wurde mit einem Minus von 3,3 Millionen Euro bilanziert.

Perspektive mit starkem Partner

Im Folge des Strategieprozesses 2030 sei man zum Schluss gekommen, dass man in  Kooperation mit einem starken Partner die wirtschaftliche Situation und die Position am Markt verbessern kann. Über diesen starken Partner wurden am Montag abend und werden in den nächsten Tagen die Genossenschaftsmitglieder informiert, die dann im Mai bei der Generalversammlung über den Vorschlag des Vorstands und der Geschäftsführung abstimmen werden.

Das wird der neue Partner von Vorarlbergs beliebtester Marke
Produktion auf höchstem und modernstem Niveau bei der Vorarlberg Milch in Feldkirch. VN/RP

Besonders zwei Milchverarbeiter kamen für die Vorarlberger in Frage und hatten umgekehrt auch Interesse an der Vorarlberg Milch: Die Berglandmilch ist das größte österreichische Milchverarbeitungsunternehmen und ist wie die Vorarlberg Milch eine Genossenschaft. Und die Niederösterreichische Molkerei (NÖM), die zwar eine AG ist, aber zu 35 Prozent der Milchgenossenschaft Niederösterreich und zu 65 Prozent der Niederösterreichischen Milch Holding GmbH gehört. Die steht im Eigentum der Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien.

Klare Empfehlung

Empfohlen wird die Kooperation mit der NÖM. Und das habe gute Gründe: „Die Berglandmilch hat ein sehr ähnliches Sortiment wie die Vorarlberg Milch, aber deutlich größere Produktionsmöglichkeiten.“ Die Gefahr, dass die Produktion an diese Standorte ausgelagert wird und die Produktion in Vorarlberg geschlossen wird, sei groß, zu groß für die Vorarlberg Milch. Im Gegensatz dazu ergänzen sich die Produkte aus Vorarlberg und Niederösterreich.

Bilanz Vorarlberg Milch 2017
Käsespezialitäten der Vorarlberg Milch konnten in den vergangenen Jahren immer wieder höchste Auszeichnungen erobern. Sie ergänzen das Angebot der NÖM ideal. VN/Rauch

Die NÖM ist im Frischebereich, also bei Joghurth, Topfen, Proteindrinks etc. eine europäische Größe, in Italien sogar Marktführer. Außerdem habe die NÖM eine eigene Gastrofirma, die im Wiener Raum sehr erfolgreich Gastronomie und Hotellerie beliefere, ein guter Markt zum Beispiel für den Schnittkäse und andere Käseprodukte “made by Vorarlberg Milch”. Außerdem, so der Insider des Feldkircher Milchverarbeiters, könnte die hochmoderne Anlage der Vorarlberger Genossen vom ersten Tag der Partnerschaft an dreischichtig ausgelastet werden, um den italienischen Markt zu beliefern.

“Österreichischer Spitzenpreis”

„Wenn die Mitglieder dem Vorschlag folgen, würden unsere Bauern ab Mitte Sommer einen österreichischen Spitzenpreis bekommen“, so der Insider. Für die Landwirte würde sich nichts verändern und auch für die Konsumenten nichts. Allenfalls in der Verwaltung und Vermarktung würden Synergien genutzt, im der Verarbeitung würden sogar neue Arbeitsplätze entstehen, ist man sich in Feldkirch sicher.  Und noch etwas: Von Übernahme könne bei der kommende Partnerschaft keine Rede sein, es sei eine Verschmelzung, bei der wir auch weiterhin eine Stimme haben.“