2024 “guat gmacht” – Deshalb trotzt Installateur der Baukrise auch 2025

Markt / 03.03.2025 • 15:37 Uhr
Dorf Klimatechnik 2025
Die breite Aufstellung des Unternehmens ist in schwierigen Jahren noch mehr als sonst von Vorteil: Der Betrieb mit acht Standorten in Vorarlberg und der Schweiz konnte das 2024 nutzen. FA

Aus einem Mitarbeitermodell, das in den 70er Jahren für Aufsehen und Skepsis sorgte, ist eines der größten Handwerksunternehmen Vorarlbergs entstanden. Das bewährt sich auch in schwierigen Zeiten – wie Bilanz und Vorhaben zeigen.

Götzis Der Dorfinstallateur wächst weiter – auch im 51. Jahr des Bestehens herrscht bei dem Handwerksunternehmen mit Standorten im ganzen Land nicht Stillstand.  Weitere  Expansion auf soliden Basis ist für 2025 geplant. Das Beteiligungsmodell, das 1973/74 von Arnold Feuerstein aus seinem damals noch als inhabergeführtem Installationsbetrieb entwickelt wurde, ist heute an der Vorarlberger Branchenspitze: 260 Mitarbeiter und ein Umsatz von 43 Millionen Euro – genauso hoch wie im Jahr 2023 – in einem für alle speziell im Wohnbau tätigen Unternehmen schwierigen Jahr – das spricht für die gute Aufstellung des Dorfinstallateurs.

Marco Zwischenbrugger, Samuel Feuerstein
Marco Zwischenbrugger und Samuel Feuerstein sind Geschäftsführer beim Dorfinstallateur: “„Wir können die aktuelle Situation nicht als Krise sehen“ FA/Weissengruber

Das unterstreicht Geschäftsführer Samuel Feuerstein im Gespräch mit den VN. Denn einerseits steht der Dorfinstallateur dank seines Geschäftsmodells auf vielen Beinen: 15 Gesellschafter zählt das Unternehmen, das sich ob seiner Organisationsform als „Mitarbeiter-Unternehmen“ nicht nur bezeichnet, sondern dieses Modell auch lebt. „Das sorgt für ein unternehmerisches Denken in allen Teams“, die heute an acht Standorten – sieben in Vorarlberg, einem Standort in Sennwald (CH) – ihre Kunden „oft schon über Jahrzehnte betreuen“, wie Feuerstein nicht ohne Stolz über diese langjährigen Verbindungen erzählt.

Breite Aufstellung

Andererseits ist die Firma mit Hauptquartier links und rechts der Götzner Lastenstraße breit mit den Bereichen Heizung, Sanitär, Klima, Lüftung, Isolierung und Regelungstechnik aufgestellt und war deshalb 2024 auch ausgelastet, als der Wohnbau zum Erliegen kam. „Heuer haben wir schon jetzt gut gefüllte Auftragsbücher“, gibt Feuerstein, der die Firma zusammen mit Marco Zwischenbrugger führt, Einblick ins Geschäft.

Isoliertechnik Dorfinstallateur
Isoliertechnik, die vor allem in der Industrie und in Gewerbebetrieben zur Anwendung kommt, ist einer der Fachbereiche des Götzner Unternehmens. FA

Das dezentrale Unternehmen – zentral ist nur das Proficenter in Götzis, das die sogenannten Profiteams mit der Planungsabteilung und dem notwendigen kaufmännischen Support unterstützt – auch für den Berufsnachwuchs eine „erste Adresse“. „Wir kriegen mehr Anfragen von jungen Leuten als wir aufnehmen können“, so Feuerstein zur Situation bei der Lehrlingsrekrutierung, „viele Installateure schicken ihre Töchter und Söhne zu uns“. Das ist der Tatsache geschuldet, dass seit Unternehmensgründung 275 Lehrlinge ihre Ausbildung beim Dorfinstallateur gemacht haben. Auch die Lernwerkstatt des Unternehmens ist im Vorarlberger Handwerk wahrscheinlich einzigartig. Derzeit sind es 28 junge Menschen, die die Skills in der Praxis lernen und ihre Fähigkeiten an einem Lernwerkstatttag wöchentlich verfestigen.

“Nicht als Krise sehen”

„Wir können die aktuelle Situation nicht als Krise sehen“, erklärt Samuel Feuerstein. „Mit unserem breiten Portfolio bieten wir den Kunden Gesamtlösungen an, die sonst niemand so kann wie wir“. 2024 und auch heuer sind viele Optimierungen und Sanierungen auf Schiene. In der Regeltechnik sind vernetzte Lösungen gefragt, bei den Sanierungen und Nachverdichtungen, die deutlich gestiegen sind, biete man nicht nur die handwerklichen Arbeiten, sondern das gesamte Paket inklusive der Förderabwicklung. „Da punkten wir mit Fachwissen und Service, denn viele dieser Kunden haben schon vor Jahrzehnten beim Neubau unsere Arbeit in Anspruch genommen“. „Auch die Badsanierungen laufen richtig gut“ – mit „Vollbad“ könne man dabei das neue Bad als Gesamtpaket anbieten.  

Lernwerkstatt
Die Lernwerkstatt des Dorfinstallateurs findet bei Lehrlingen großen Anklang: Hier wird das in der Praxis Gelernte verfestigt. FA

Auch einige der größten gewerblichen und öffentlichen Bauprojekte im Land werden vom Dorfinstallateur begleitet. Das Unternehmen hat auch selbst Pläne – etwa den neuen Standort in Feldkirch oder nach der Übernahme von Bechter Installationen in Bregenz 2024 die Standorte Dornbirn, Bregenz und Wolfurt in Wolfurt zu konzentrieren.