“Jeder Euro ist wichtig für die Menschen im Land”

Markt / 18.02.2025 • 16:06 Uhr
AK Bilanz 2025 Heinzle Lampert
AK Bilanz 2025. Präsident Bernhard Heinzle und Direktor Andreas Lampert: “Entscheidend, eine verlässliche Anlaufstelle zu haben”. FA/Mathis

Die Vorarlberger Arbeiterkammer zieht Bilanz für das Jahr 2024: „Heute kommen auch Konsumenten wegen kleiner Beträge“.

Feldkirch Die wirtschaftlich schwierige Lage schlägt sich nicht nur in den Bilanzen der Firmen nieder, sie findet sich auch in der Jahresbilanz der Arbeiterkammer Vorarlberg. Die Vertretung von 176.709 Arbeitern und Angestellten im Land verzeichnet eine deutliche Zunahme bei Beratungen, aber auch im finanziellen Erfolg der Interventionen, welche die AK im vergangenen Jahr in den Bereichen Sozialrecht, Arbeitsrecht, Insolvenzrecht, Konsumentenschutz sowie Bereich Familie und Beruf  durchgeführt hat: Sie schlägt mit 47,1 Millionen Euro zu Buche, wie Präsident Bernhard Heinzle und AK-Direktor Andreas Lampert berichten.

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„2024 war ein bewegtes Jahr, die Krise zeigt sich am Arbeitsplatz und im Geldbeutel“, so Heinzle. Insbesondere im Insolvenzrecht spürten das die Arbeitsrechtler. Die 156 Mitarbeiter insgesamt waren ausgelastet – theoretisch führte jede und jeder von ihnen 800 Beratungen durch ((theoretisch deshalb, weil ja nicht alle in der Beratung tätig sind). Spitzenreiter war das Arbeitsrecht mit 37.591 Beratungen vor dem Konsumentenschutz mit 36.035. Über fünf Millionen Euro konnten dabei für die Mitglieder lukriert werden – vor Gericht landeten 121 Fälle, bei welchen auf anderem Weg keine Einigung zu erzielen war.

Wohnen im Fokus

Beim Konsumentenschutz dominierten Fragen zum Wohnen und zur Miete – „dieser Bereich hat sich im vergangenen Jahr beinahe verdoppelt“, berichtet Direktor Lampert und weist darauf hin, dass heute gerade bei der Konsumentenberatung viele Menschen kommen, welchen es auch um kleinere Beträge geht. „Das zeigt, dass die momentanen Belastungen den Menschen an die Existenz gehen.“ Gerade deshalb sei es entscheidend für viele, mit der Arbeiterkammer eine verlässliche Anlaufstelle zu haben: „Jeder Euro ist wichtig für die Menschen im Land.“ Im Konsumentenschutz konnten 1,124 Millionen Euro für die Kunden erkämpft werden. Besonders viel Geld gab es für die AK-Mitglieder in Sachen Sozialrecht. Dank der Beratungen, der Unterstützung und 608 Klagen, so der Präsident, konnten für die Beratungssuchenden mit 23,4 Millionen Euro realisiert werden. Besonders das Thema Pflegegeld stand im vergangenen Jahr und steht wohl auch weiterhin im Fokus.

Insolvenz-Beratung

In wirtschaftlich schwieriger Zeit steigen die Zahlen für Beratungen im Arbeits- aber auch im Insolvenzrecht. Betroffene Mitarbeitende werden dabei von den Experten der Arbeiterkammer begleitet. Im vergangenen Jahr vertrat die AK Vorarlberg 1139 Beschäftigen in 102 Betrieben. Die Zahl der Insolvenzen ist um 13 Betriebe gestiegen, die Zahl der betroffenen Arbeitnehmenden hat sich mit 542 fast verdoppelt. 9,3 Millionen Euro wurden für Beschäftigte nach Unternehmensinsolvenz gesichert.

Neben den persönlichen Beratungen gibt es natürlich weitere Möglichkeiten, sich zu informieren, etwa telefonisch, aber auch bei Webinaren oder Fachtagungen. Es gibt Bildungsförderungen, Stipendien und auch die Bibliotheken der AK in Feldkirch und Bludenz sind stark frequentiert, wie die Zahlen zeigen.