Diese Branche am Bau war 2024 zufrieden und rechnet mit einer großen Zukunft

Der Einbruch im Wohnbau war im vergangenen Jahr für viele Baufirmen und Projektentwickler herausfordernd. Doch der Holzbau konnte sich gut behaupten – der Trend zu “zementfreiem Bauen” dürfte weiter zunehmen.
Schwarzach Die Geschichte des modernen Holzbaus ist untrennbar mit Vorarlberg verbunden. Aufbauend auf einer jahrhundertealten Tradition entwickelten junge Architekten und Baukünstler im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts einen eigenen Vorarlberger Holzbaustil, der international reüssieren konnte. Und das bis heute tut, auch wenn inzwischen Architektinnen und Architekten international genauso wie die Auftraggeber den Baustoff lieben lernten. Es ist eine Liebe, die auch der Vernunft und Zukunftsperspektiven Platz einräumt.
Kontinuierliches Wachstum
Das verändert die Branche. Inzwischen bauen Vorarlberger Holzbaubetriebe in Mitteleuropa riesige Gebäude – von der Firmenzentrale über Schulen und öffentliche Bauten bis hin zu Wohnquartieren. „Holz ist der Baustoff der Zukunft“, sind sich denn auch Innungsmeister Manuel Feuerstein, Holzbaukunst-Obmann Werner Flatz und der Architekt Johannes Kaufmann einig und verweisen dabei auf die Eigenschaften von Holz: regional, klimafreundlich und praktisch auf ewig wiederverwertbar. Der Anteil der Gebäude, die in Holz entstehen, ist in den letzten Jahren kontinuierlich weitergewachsen, allerdings nicht in den Himmel, wie Feuerstein beim Rückblick auf das vergangene Jahr feststellt. „Wie insgesamt in Vorarlberg hat es auch bei uns im Wohnbau Rückgänge gegeben“. Doch die sind weit geringer ausgefallen als in der Bauwirtschaft insgesamt.

Zurückgegangen ist der Bau von Einfamilienhäusern (EFH), das dürfte sich auch in Zukunft fortsetzen, ist Werner Flatz aufgrund der schwindenden Grundstrücksreserven und der damit einhergehenden hohen Quadratmeterpreise überzeugt. Doch was boomt, ist die Ertüchtigung sowie der Umbau und die Erweiterung von EFH, die in den1970er- und 80er-Jahren errichtet wurden. Holz biete sich dafür an. Projekte können schnell umgesetzt werden und Holz sorge für ein gutes Wohnklima und entspräche den statischen Voraussetzungen. Das sorge für eine gute Auftragslage, so Feuerstein. Bei kommunalen Projekten, die besonders im ländlichen Raum inzwischen fast immer in Holz umgesetzt werden, pochen die Zimmerer darauf, dass die Gemeinden darauf achten, dass heimische Betriebe zum Zug kommen und nicht einfach der Billigstbieter den Zuschlag bekomme. Bei der Wahl des Baustoffes seien meist die Architekten entscheidend – auch hier appellieren die Holzbauer an deren Verantwortung.
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