Wo Anna im nächsten Jahr ihre Gäste begrüßt

Die größte Brauerei des Landes investiert in den nächsten Jahren zwischen 40 und 50 Millionen Euro. In welche Projekte und Produkte das Geld fließt und was es im nächsten Jahr neues im Regal und in den Gasthäusern gibt.
Dornbirn Es ist eine optimistische Grundeinstellung, vielleicht auch ein guter Schluck Mohrenbräu Spezial, die den Geschäftsführer von Vorarlbergs größter Brauerei, Thomas Pachole, für die Welt und die Region in eine gute Zukunft blicken lässt. Doch es ist die Feststellung eines realistischen Brauerei-Managers, der weiß, dass die Lage nicht so trist ist, wie sie vielen derzeit erscheint. „Wir hatten viele gute Jahre, in welchen es immer aufwärtsgegangen ist, in der Gesellschaft und auch bei uns“, erklärt Pachole, „das wird sich wieder einpendeln, wir schauen sehr optimistisch in die Zukunft.“ Er nimmt Bezug auf die Krisen, die vielen Menschen beunruhigen und ängstigen. Bei der Mohrenbrauerei rechnet er heuer mit einem leichten Rückgang bei Bierabsatz und Gewinn, beim Umsatz gebe es allerdings ein leichtes Plus. Und in die Zukunft werden Millionen investiert.

Verkauft wurden im laufenden Jahr hochgerechnet bis zum Jahresende 36 Millionen 0,5 Liter-Flaschen Bier, gibt Pachole Auskunft. Das Frühjahrswetter hat den Dornbirnern freilich wie allen Getränkeproduzenten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im nächsten Jahr soll nicht nur das Wetter besser werden, sondern auch das Sortiment anders. „Für einen Teil unseres Produktportfolios wird es einen produkttechnischen Relaunch geben“, so Pachole. „Wir investieren in die Nachhaltigkeit“. Außerdem werde es im Frühjahr auch ein neues Produkt geben, mehr will er darüber aber nicht verraten. Außer, dass das Unternehmen überzeugt sei, dass die hohen Erwartungen auch erfüllt werden.“
Herausforderung Einwegpfand
Die Mohrenbrauerei ist weiterhin Marktführer in Vorarlberg mit einem Marktanteil von 50 Prozent. „Jedes zweite Bier, das im Land getrunken wird, ist von uns“, rechnet der Geschäftsführer vor. Spannend für den Getränkeproduzenten wird „auf jeden Fall, was mit dem neuen Einwegpfand passiert“. Der Aufwand sei groß, für die Gebinde, die in Westösterreich zur Wiederverwertung gesammelt werden, gebe es bis heute keinen Standort und viele Betroffene wissen noch gar nicht, was auf sie zukomme, zählt er mögliche Hürden auf: „Bei Vereinen, die Feste veranstalten, gibt es dafür noch überhaupt kein Bewusstsein. Das wird noch einige Rumpler tun.“

Bei der Mohrenbrauerei wird im nächsten Jahr ordentlich investiert: „Der Umzug der Logistik wird im Jahr 2027/28 umgesetzt, davor wird um- und zugebaut bei der ehemaligen Buchdruckerei Lustenau. Die „Vo üs“-Limonadeproduktion läuft dort seit dem Sommer. Die Produktion und die Marke Mohrenbräu bleiben in Dornbirn. Am Stammsitz werde der Bebauungswettbewerb schrittweise umgesetzt. 2025 wird aber erst einmal für fünf Millionen Euro der Filterkeller auf neuesten Stand gebracht. In den nächsten zehn Jahren investiert das Unternehmen zwischen 40 und 50 Millionen Euro. „Das hat die Eigentümerfamilie Huber mit aller Klarheit entschieden.“

Auch in Rankweil sind die Arbeiten im Schwarzen Adler im Gange. Für das Gasthaus und die Biererlebniswelt in Dornbirn wurde eigens die Mohrenbräu Gastronomie GmbH gegründet. Der Schwarze Adler ist übrigens Vergangenheit. Wenn das Haus generalsaniert und mit Gastgarten öffnet, wird es Anna heißen. „Anna heißt es nach Anna Huber. Sie stammte aus dem Schwarzen Adler und führte nach dem Tod ihres Gatten die Geschäfte der Mohrenbrauerei.“
Und auch eine Preiserhöhung gebe es wieder im nächsten Jahr, bereitet Pachole die Kundschaft schon vor. „Im Mai werden die Preise in der Gastronomie leicht erhöht. Im Handel kommt es zu einer moderaten Erhöhung zwischen 2,5 und 3 Prozent“, informiert der Geschäftsführer.