Elko König optimistisch: “Deshalb sind wir jetzt in guter Startposition”

Motorkomponentenhersteller kann jetzt in schwieriger Zeit für die gesamte Branche mit einem “Startvorteil” durchstarten: Sanierungsplan wurde mit großer Mehrheit angenommen.
Rankweil Im März 2024 verstarb der Rankweiler Industrielle Hansjörg König, wenig später musste die Familie die Notbremse ziehen. Das Familienunternehmen meldete am 27. Mai ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung am Landesgericht Feldkirch an. Die Verbindlichkeiten wurden damals mit über 20 Millionen Euro beziffert, angemeldet wurden rund 37 Millionen Euro und anerkannt 22,8 Millionen.
“Überwältigende Mehrheit”
Am Freitagmorgen fand am Landesgericht Feldkirch die Sanierungsplantagsatzung statt. Angesetzt war die Verhandlung bis 14.30 Uhr, doch schon kurz nach Eröffnung war sie wieder beendet: Der Sanierungsplan wurde von den Gläubigern mehrheitlich angenommen. Dieser lautet: “20 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren wie folgt: 5 Prozent als Barquote innerhalb von drei Wochen ab Annahme des Sanierungsplans, 5 Prozent bis 7.10.2025, 5 Prozent bis 20.3.2026 und 5 Prozent bis 25.9.2026; nicht jedoch vor Rechtskraft der Aufhebung des Insolvenzverfahrens.” Das bedeutet: Die 320 Arbeitsplätze bleiben damit erhalten.

“Bei über 730 Forderungen gab es nur sechs Gegenstimmen”, berichtet die Aufsichtsratsvorsitzende Anja Jenner, Tochter des verstorbenen Industriellen, Geschäftsführerin der König-VerwaltungsgmbH und stv. Aufsichtsratsvorsitzende des Familienunternehmens nach bangen Wochen, die geprägt waren von intensiven Bemühungen, das Unternehmen zu retten. Der im Frühjahr eingesetzte neue Geschäftsführer Dieter Angerer habe nächtelang daran gearbeitet, so die Eigentümervertreterin im Gespräch mit den VN. Doch ihr Dank gelte auch den Mitarbeitern. “Wir haben in den letzten Monaten erfahren, wie loyal unsere Mitarbeiter zur Firma sind, ohne sie hätten wir das nicht geschafft”, erklärt sie. Und loyal seien auch die Kunden, die das Unternehmen unterstützten. Schließlich habe man mit Matthias Kucera außerdem einen sehr konstruktiven Masseverwalter gehabt.

Neues Unternehmen
Jenner und Geschäftsführer Angerer gehen auch mit Unterstützung wichtiger Kunden – darunter der wichtigste, Motorradhersteller KTM – in die Verantwortung. Denn auch der zuvor größte Verlustbringer – die Zylinderproduktion, in der 133 Mitarbeiter beschäftigt sind – kann weitergeführt werden. Dafür wird der Bereich geschlossen, am Montag die Mitarbeiter gekündigt und am Dienstag, 1. Oktober in der neuen Firma K-Cyl-Flexo wieder angestellt. Eigentümer der neuen Firma sind Jenner und Angerer. Die neuen Arbeitsverträge sind nicht nachteilig für die Arbeitnehmer, betont Betriebsratsobmann Thomas Jutz: “Die Mitarbeiter bekommen auf keinen Fall weniger, das ist sehr gut.” Der AK-Vizepräsident hat die Verträge den Arbeiterkammerjuristen vorgelegt, und sagt im Gespräch mit den VN: “Meine Empfehlung ist, diese anzunehmen”.

Gutes Verhandlungsklima
In der Firma habe sich das Klima zwischen Betriebsrat und Management deutlich verbessert. “Wir hatten schon andere Zeiten”, sagt Jutz, “doch mit der neuen Führung funktioniert das sehr gut”. Die Annahme des Sanierungsplans sieht er als Startschuss, um sich neu aufzustellen. “Wir brauchen jetzt neue Kunden, neue Produkte”. Immerhin: Durch die finanziellen Entlastung hat das Unternehmen in einer für die gesamte Branche wichtige Zeit jetzt einen Vorteil. “Wir sind jetzt in einer guten Startposition, jetzt müssen wir die Prozesse und die Strukturen optimieren”, erklärt Angerer.