Diese Vorarlberger Baufirma errichtet in Lindau hunderte Wohnungen

Baukrise? In Lindau baut Vorarlberger Unternehmen nachhaltiges Quartier mit 13 Gebäuden und insgesamt 338 Wohnungen.
Lindau, Lauterach Die Bauwirtschaft ist in der Krise. Das gilt für Vorarlberg und Österreich, in gewissem Umfang für Deutschland und führte in den vergangenen Monaten dazu, dass viele Projekte verschoben wurden, dass auf Baustellen Stillstand herrscht und die Politik sich so kurz vor den Wahlen mit Rezepten zum Thema Wohnen überschlägt. Doch allen Unkenrufen zum Trotz – Vorarlberger Bauunternehmen und Projektentwickler drehen nicht etwa Däumchen. Im Gegenteil: Im Land stehen große Projekte in Planung und vor der Realisierung, aktiv sind die Firmen aber auch über der Grenze bzw. im Osten Österreichs.

Zehn Jahre bis zum Richtfest
Vor kurzem feierte die i+R Wohnbau Lindau, eine Tochter des Vorarlberger i+R-Gruppe, im sogenannten Vierlinden-Quartier im Stadtteil Reutin Richtfest (die VN berichtete wiederholt). Doch gut Ding braucht Weile, vor allem, wenn das Projekt praktisch ein neues Stadtviertel wird und eine der selbstbestimmten Ziele, die Nachhaltigkeit ist: Zehn Jahre ist es her, dass die i+R Wohnbau die 3,3 Hektar große Industriebrache nördlich des Lindauparks, auf der zuvor Sulzer Escher Wyss Lindau ihren Standort hatte, erworben hat. Inzwischen hat das Projekt Fahrt aufgenommen: 491 Tage nach dem Spatenstich feierten die Beteiligten das Richtfest: „Wir haben unseren langen Atem als erfahrener Projektentwickler bewiesen und freuen uns, dass das Vierlinden-Quartier planmäßig wächst und wir auch neue Partner mit ins Boot holen konnten“, stellte Geschäftsführer Karlheinz Bayer bei der Feier, an der rund 200 Personen teilnahmen, zufrieden fest.
Neuer Partner BayernHeim
Einer dieser neuen Partner ist die BayernHeim GmbH, die im Jahr 2018 gegründete Wohnbaugesellschaft des Freistaates Bayern, die vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 119 Mietwohnungen mit einkommensorientierter Förderung (EOF) erwarb. Auftrag des Freistaates an die BayernHeim ist es, leistbaren Wohnraum zu schaffen. „Wir sind stolz, unsere Expertise für den geförderten Wohnbau in dieses Vorzeigeprojekt einzubringen“, erklärt dazu i+R Wohnbau Lindau-Geschäftsführer Ralph Büchele. In dem ersten der vier Häuser, das fertiggestellt wird, befindet sich außerdem die Kindertagesstätte mit 80 Plätzen.
Visitenkarte von Lindau
Die gelungene Mischung aus Wohnraum, kommerzieller Nutzung, Lebensqualität und Nachhaltigkeit im neuen Quartier sei auch der Stadt Lindau ein großes Anliegen: „Das Vierlinden-Quartier wird das Gebiet um den Berliner Platz vollkommen verändern. Neues Leben wird einziehen und den Stadtteil Reutin nachhaltig positiv prägen“, formuliert die dritte Bürgermeisterin Katrin Dorfmüller der Inselstadt, die Erwartungen der Kommune. „Mit diesem Quartier wird für das Festland ein klar erkennbares Zentrum geschaffen, das gleichzeitig Eingang und Visitenkarte von Lindau sein wird.“

Zu den 119 EOF-Wohnungen der BayernHeim kommen 219 Eigentumswohnungen in acht weiteren Häusern dazu. Im Haus entlang der Kemptener Straße, für das ebenfalls bereits ein Investor gefunden wurde, entstehen Büro-, Gewerbe- und Handelsflächen. Das Quartier wurde von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) als erstes seiner Art im östlichen Bodenseeraum mit dem Vorzertifikat in Gold ausgezeichnet. Es wird zur Gänze geothermisch mit Wärme versorgt. Zusätzlich liefern Photovoltaik-Anlagen Strom.

Vierlinden-quartier
Bauherr i+R Wohnbau Lindau
Architektur Feuerstein Hammer Pfeiffer Architekten, Lindau
Landschaftsarchitektur HinnenthalSchaar, München
Grundstücksfläche 33.054 Quadratmeter
Bebauung 13 Gebäude mit jeweils 3 – 8 Geschossen um drei Höfe und einen zentralen Quartiersplatz, Tiefgarage, Grünraum, bepflanzten Innenhöfen, privaten Gärten, Spielplatz, Anbindung Grünzug Ach, Abenteuerspielplatz
Nutzung 338 Wohnungen (119 EOF-Mietwohnungen, Rest Eigentumswohnungen, je 2 – 4 Zimmer), Kindertagesstätte (80 Kinder), Büros, Geschäfte
Energiekonzept 100 % regenerativ mit Geothermie, PV-Anlagen
Spatenstich März 2023