Von Krypto-Start-up zu Zahnschutz-Innovator: Wolfurter mischt jetzt im Dentalmarkt mit

Vorarlberger Saad Wohlgenannt gründet nach Coinpanion-Verkauf neues Start-up.
Wolfurt Saad Wohlgenannt (29) hat bereits vor fünf Jahren sein erstes Unternehmen mitgegründet. In Wolfurt aufgewachsen, zog er fürs Studium nach Wien und war 2019 nach dem Master in Unternehmensführung an der Gründung von Coinpanion beteiligt. Das Start-up hatte es sich zur Aufgabe gemacht, es jedem zu ermöglichen, ohne Vorkenntnisse ein Portfolio aus Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum zu erstellen. Dies stieß auf großes Interesse – auch seitens von Investoren. In mehreren Investmentrunden sammelte das Team insgesamt fast sechs Millionen Euro ein.


Im vergangenen Jahr allerdings verschwand Coinpanion von der Bühne. Gemeinsam mit den Plattformen Revix und BitfFund schloss man sich zur Investmentplattform Altify zusammen.
Zweites unternehmerisches Kapitel
Saad Wohlgenannt schlägt nach dem Verkauf des Fintech-Start-ups nun ein neues Kapitel auf, in einer völlig anderen Branche. Denn statt um Kryptowährungen geht es diesmal um Zahnschutz.
Dental Armor heißt das Online-Dentallabor, das er zusammen mit dem Vater seines ehemaligen Mitgründers, dem Zahntechniker Andreas Valtingojer, gegründet hat, und das sich auf maßgefertigten Sportmundschutz spezialisiert hat. Kunden wird zuvor ein Zahnabdruckset nach Hause geschickt, das die Anfertigung eines persönlichen Zahnabdrucks ermöglicht. Nach Rücksendung der Abdrücke fertigt das Dentallabor dann den Mundschutz individuell an.

Aus eigener Erfahrung
Die Idee dazu entstand aus Wohlgenannts persönlicher Erfahrung als Kampfsportler und Valtingojers Expertise in der Zahntechnik. „Ein Mundschutz muss bei jeder Belastung des Zahnapparates maximale Zuverlässigkeit bieten. Mit Dental Armor wollen wir ein qualitativ hochwertiges Produkt zu einem erschwinglichen Preis anbieten“, sagt Wohlgenannt. Nicht umsonst bedeutet Armor übersetzt Rüstung oder Panzer.
Neben dem Einsatz im Profisport und Kampfsport sieht er aber auch viel Potenzial im Freizeitsport. “Sei es Hockey, Basketball oder Handball. Wir sprechen alle Sportler von jung bis alt an, bei denen ein Ellenbogen oder ein unglückliches Hinfallen schnell zu schmerzhaftem und teuren Zahnersatz führen kann”, so Wohlgenannt.

Eine Marktlücke
Ist das eine Marktlücke? Ja, sagt der Wolfurter. Denn der Markt sei derzeit mit Produkten übersättigt, die weder sicher noch qualitativ hochwertig seien. “Viele der angebotenen Produkte bestehen aus Kunststoffen, die kein medizinisches Gütesiegel der EU tragen. Sie werden meist im heißen Wasserbad angepasst und bieten bei Sportunfällen nur wenig Schutz”.
Der Sportmundschutz ist das Debütprodukt von Dental Armor. In Zukunft soll es weitere Dentalprodukte geben. Und anders als bei Coinpanion will Wohlgenannt diesmal das Wachstum des Unternehmens ohne externe Finanzierung bewerkstelligen.