Einbruch am Immobilienmarkt: Verkauf von Einfamilienhäusern in Vorarlberg am Tiefpunkt

Einfamilienhaus-Markt bricht 2023 um über ein Drittel ein. Das ist die geringste Verkaufsmenge seit 2009.
Schwarzach Im vergangenen Jahr wechselten in Vorarlberg 236 Einfamilienhäuser den Besitzer und damit 130 weniger als im Jahr 2022. Das ist die geringste Verkaufsmenge seit Beginn der Aufzeichnungen im Remax-Immospiegel von 2009. Zum Vergleich: 2018 waren es 497 Verbücherungen oder 2015 sogar 519 Häuser, die verkauft wurden.
Größtes Minus aller Bundesländer
Die Verkaufszahlen bedeuten einen Rückgang um 35,5 Prozent, was prozentual dem größten Minus aller Bundesländer entspricht. Dabei wurde in allen vier Vorarlberger Bezirken ein Rückgang verzeichnet. Am stärksten traf es Bregenz, wo die Menge mit 61 Verkäufen (-46,0 %) beinahe halbiert wurde.
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Neben dem Mengenverlust sind auch die Preise leicht gefallen. Insgesamt hatten die Einfamilienhaus-Verbücherungen einen Gesamtumsatz von 172 Millionen Euro, das bedeutet ein Rückgang um 106 Millionen Euro oder 38 Prozent.
Preise wieder unter 700.000 Euro
Lag der typische Einfamilienhauspreis im Jahr 2022 – erstmals – bei über 700.000 Euro, gab es 2023 einen Rückgang um 2,4 Prozent. Im Durchschnitt waren 692.472 Euro für ein Einfamilienhaus zu zahlen.

Günstig sind Einfamilienhäuser in Vorarlberg damit noch lange nicht. Das zeigt auch das österreichische Bezirksranking, ohne Wien. Da liegt Bregenz auf Rang fünf hinter Kitzbühel, Salzburg-Stadt, Kufstein und Innsbruck-Stadt. Dornbirn schafft es auf Rang neun. Schließlich werden ein Viertel aller Einfamilienhäuser in Österreich unter 180.000 Euro gehandelt, während in Vorarlberg das günstige Viertel bei 480.000 Euro endet. Jeder vierte Vorarlberger Einfamilienhauskäufer bezahlte für sein Haus mindestens 850.000 Euro.
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Tief auch österreichweit
Auch österreichweit sind die Verbücherungen 2023 eingebrochen, wenn auch nicht so massiv wie in Vorarlberg. 8221 Einfamilienhäuser, die den Besitzer wechselten, bedeuten einen Rückgang um 16,4 Prozent. „Das Zinsniveau und die Kreditvergaberichtlinien (KIM-Verordnung) waren hauptverantwortlich für den starken Rückgang bei den Einfamilienhausverkäufen. Die Marktentwicklung für 2024 sehen wir aber schon wieder optimistischer“, sagt Remax-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer.

Nachfrage steigt wieder
Denn die Nachfrage steige wieder, die Inflation gehe zurück, die Zinsentwicklung sei konstant bzw. zeige nach unten und auch die Maßnahmen der Politik seien grundsätzlich positiv zu bewerten. „In Summe werden diese Entwicklungen dazu beitragen, dass sich wieder mehr Menschen ihren Traum vom eigenen Haus im Grünen verwirklichen können.“