Doppelmayr: Spektakuläre Seilbahn auf das Dach Europas

Nach Brandkatastrophe 2018: Chamonix bekommt neue Lift-Infrastruktur für 107-Millionen Euro im Mont-Blanc-Gebiet.
Wolfurt, Chamonix Der 11. September 2018 wird den Residenten des noblen Skigebiets Chamonix noch lange in Erinnerung bleiben. Am frühen Nachmittag brach im Skigebiet ein Feuer aus, das die Mittelstation Les Grands Montets komplett zerstörte, auch Kabinen stürzten aufgrund schmelzender Tragseile nach unten. Einziges Glück: Die Seilbahn war am Unglückstag nicht für Gäste in Betrieb. Und nach der Katastrophe auch nicht in den folgenden Saisonen.
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Doch nun wurde das Comeback des Skigebiets eingeläutet. Die Compagnie du Mont-Blanc und Doppelmayr France stellten auf der Fachmesse Mountain Planet 2024 das Wiederaufbauprojekt der Grands Montets vor und leiteten offiziell die Bauphase des Großprojekts ein. Inoffiziell wurde mit den Arbeiten bereits begonnen.

Die französische Niederlassung des Wolfurter Seilbahnbauers hat den Zuschlag für Planung und Bau der neuen Seilbahnanlagen erhalten. Außerdem wurde Doppelmayr mit dem Wiederaufbau der Infrastruktur der Bergstation beauftragt. Der in sieben Lose aufgeteilte Auftrag hat ein Investitionsvolumen von 107,6 Millionen Euro, das an das von Doppelmayr France gebildete Konsortium vergeben wurde. Das Gesamtprojekt wird 155 Millionen Euro verschlingen.
Architektonisch am Gipfel
Der Wiederaufbau der zerstörten Seilbahnen und Infrastrukturen führt zu einer kompletten Neugestaltung der Anlagen an diesem für den alpinen Tourismus legendären Ort. Für die architektonische Umsetzung in der grandiosen Bergkulisse des Mont Blanc, hat der Skigebietsbetreiber einen Architektur-Superstar gewinnen können – den italienischen Pritzker-Preisträger Renzo Piano. Die Faszination für das Gelände der Aiguille des Grands Montets, die Technik und die Ingenieurskunst haben zum Entwurf eines Projekts geführt, das vier Stationen auf zwei Sektionen umfasst. Für den Berg Aiguille des Grands Montets (3300 Meter) hat er einen 20 Meter hohen Würfel in den Hang integriert, der das Ende des mechanischen Weges und den Beginn der Routen, die zum Gipfel des Bergs führen, markiert.
Sensibles Gelände
Die Baustellen im Herzen des naturgeschützten Mont-Blanc-Gebiets erfordern eine sensible und verantwortungsvolle Bautätigkeit. Zwei Materialseilbahnen mit einer Kapazität von je zehn Tonnen werden dafür Material und Ausrüstung vom Skidorf Argentière zu den Baustellen transportiert. Das Personal wird mit einer speziell für das Projekt konzipierten Seilbahn, die nach Fertigstellung der Bauten wieder abgebaut wird, zu ihren Einsatzorten transportiert.

Doppelmayr France vereint im Projekt-Konsortium spezialisierte und erfahrene Unternehmen, um dieses spektakuläre Projekt unter herausfordernden Bedingungen umzusetzen. Der Um- bzw. Neubau der beiden Seilbahnsektionen sei für den Auftraggeber, die Compagnie du Mont-Blanc auch die Gelegenheit, den Zugang zur Aiguille des Grands Montets zu modernisieren. So wird der erste Abschnitt mit einer modernen D-Line Gondelbahn mit 10er-Kabinen umgesetzt. Der zweite Abschnitt der Strecke wird eine moderne Dreiseilbahn sein, informieren Auftraggeber und Doppelmayr. Diese Technologie wurde speziell entwickelt, um die topografischen Herausforderungen und die extremen Wetterbedingungen im Hochgebirge zu meistern. Die Kabinen werden den Skifahrern und Touristen ab der geplanten Neueröffnung in zwei Jahren 24 Sitzplätze mit atemberaubendem Ausblick bieten.
