Deutsche Bahn wieder im Streikmodus

Markt / 06.12.2023 • 20:28 Uhr
Mit einem weiteren Streik warnt die deutsche Lokführergewerkschaft. apa
Mit einem weiteren Streik warnt die deutsche Lokführergewerkschaft. apa

Ab Donnerstagabend kein Güter- und Personenverkehr mehr.

Berlin In Deutschland müssen sich Bahnreisende in der Vorweihnachtszeit auf Zugausfälle und Verspätungen am zweiten Ad­ventwochenende einstellen. Die Lokführergewerkschaft GDL hat am Mittwoch einen bundesweiten Streik von Donnerstag- bis Freitagabend angekündigt. Der Ausstand soll im Güterverkehr ab 18 Uhr und im Personenverkehr ab 22 Uhr starten. Beendet wird er demnach Freitagabend um 22 Uhr. Der Streik dürfte auch Auswirkungen auf den Zugverkehr von Vorarlberg nach Deutschland haben. „Die Arbeitgeberseite mauert allerorten und ist nicht bereit, den Beschäftigten die ihnen zustehende Wertschätzung und Anerkennung für die geleistete Arbeit zukommen zu lassen“, begründete die GDL den Streik. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler nannte den Ausstand unnötig und egoistisch. Er vermiese Millionen Menschen das Adventwochenende.

Die GDL hatte Ende November die Verhandlungen mit der Bahn abgebrochen und einen weiteren Streik angekündigt. Den Zeitpunkt nannte sie aber bisher nicht. Parallel hat die GDL eine Urabstimmung für einen unbefristeten Ausstand in die Wege geleitet, deren Ergebnis vor Weihnachten vorliegen soll. Über die Weihnachtstage will die GDL nicht streiken, hat den Zeitraum aber nicht genauer eingegrenzt. Die GDL will für Schichtarbeiter eine Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 35 Wochenstunden, dazu 555 Euro mehr im Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro. Die Bahn hat elf Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 32 Monaten geboten. Das hatte die GDL als völlig unzureichend abgelehnt. Die Bahn lehnt vor allem die verlangte Arbeitszeitverkürzung wegen der Knappheit von Arbeitskräften ab.