“Er sucht nicht den Applaus des Tages”: Auszeichnung für Finanzminister Magnus Brunner in Berlin

Markt / 15.11.2023 • 19:00 Uhr
Finanzminister Magnus Brunner mit seinem deutschen Amtskollegen Christian Lindner und MIT-Bundesvorsitzende Gitta Connemann. <span class="copyright">tobias koch</span>
Finanzminister Magnus Brunner mit seinem deutschen Amtskollegen Christian Lindner und MIT-Bundesvorsitzende Gitta Connemann. tobias koch

Finanzminister Magnus Brunner in Berlin mit Deutschem Mittelstandspreis ausgezeichnet.

Berlin Während sich vor dem Brandenburger Tor in Berlin die Touristen tummeln und Jugendliche ihre Lieblingsmusik über große Boxen in die Öffentlichkeit tragen, versammelt sich gleich nebenan im “Allianz Forum” eine hochkarätige Gästerunde.

Die Verleihung des Deutschen Mittelstandspreises im "Allianz Forum" in Berlin. <span class="copyright">vn/reiner</span>
Die Verleihung des Deutschen Mittelstandspreises im "Allianz Forum" in Berlin. vn/reiner

Ehrung im Mittelpunkt

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) hat zur Verleihung des Deutschen Mittelstandspreises geladen. Unter den 400 Gästen: CDU-Vorsitzender Friedrich Merz, Bundesfinanzminister Christian Lindner, die ehemalige Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Ron Prosor, der Botschafter von Israel in Deutschland, Michael Linhart, österreichischer Botschafter in Deutschland, CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer („Bild“, „Welt“) oder Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages a.D.

Standing Ovations: Der Sonderpreis ging an Verlegerin Friede Springer. <span class="copyright">vn/reiner</span>
Standing Ovations: Der Sonderpreis ging an Verlegerin Friede Springer. vn/reiner

Ausgezeichnet wurden am Dienstagabend vier Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Neben Verlegerin Friede Springer (Sonderpreis), Sonotec-Gründer Hans Joachim Münch und dem ehemaligen deutschen Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin auch ein Vorarlberger – Österreichs Finanzminister Magnus Brunner.

Christian Lindner hielt die Laudatio auf Magnus Brunner. <span class="copyright">tobiaskoch</span>
Christian Lindner hielt die Laudatio auf Magnus Brunner. tobiaskoch

Mit Mut und Haltung

„Die Preisträger stehen für Haltung. Sie zeigen Mut und sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Gerade in der heutigen Zeit werden diese Menschen immer wichtiger“, so MIT-Bundesvorsitzende Gitta Connemann.

Politiker müssen Antworten finden auf die Fragen der Zeit und den Worten auch Taten folgen lassen, so die Jury. Bei Magnus Brunner befand sie „seine mutige Steuerreform, sein klarer haushaltspolitischer Sparkurs und sein ordnungspolitisches Staatsverständnis“ als preiswürdig.

Verleihung des Deutschen Mittelstandspreises an Magnus Brunner. <span class="copyright">vn/reiner</span>
Verleihung des Deutschen Mittelstandspreises an Magnus Brunner. vn/reiner

Vom spendablen Onkel

Die Laudatio auf den Finanzminister hielt sein deutscher Amtskollege Christian Lindner, der darin in sehr prägnant-humorvoller Art vor allem auf die Gemeinsamkeiten zwischen ihnen beiden hinwies. „Wir sprechen dieselbe Sprache und damit ist nicht deutsch gemeint. Wir stehen für Haushaltsdisziplin und wir vertreten die Meinung, dass man die Erwartungshaltung gegenüber dem Staat reduzieren muss. Es ist leicht, der spendable Onkel zu sein, aber man kann nicht immer nur verteilen“, so der Deutsche Finanzminister.

Der Deutsche Mittelstandspreis in der Kategorie Politik. <span class="copyright">vn/reiner</span>
Der Deutsche Mittelstandspreis in der Kategorie Politik. vn/reiner

Glasklare Ansichten

„Magnus Brunner setzt sich für die arbeitende Mitte ein und zeigt somit auch Solidarität mit jenen, die unseren Wohlstand finanzieren. Er hat die kalte Progression abgeschafft. Das hat er uns voraus“, so Lindner weiter. Auch innerhalb der EU zeige er Haltung. „Österreich ist nicht das größte Land in der EU, aber wenn Magnus Brunner spricht, hören alle gerne zu. Er vertritt glasklare fiskalpolitische Ansichten und sucht nicht nur den Applaus des Tages“, lobt der Amtskollege Brunners Einsatz auf EU-Ebene. Und findet am Ende dann doch noch einen Unterschied. „Die nettere Opposition habe ich“, so der FDP-Chef.

Wer hat die nettere Opposition? Christian Lindner hatte die Antwort. <span class="copyright">tobias koch</span>
Wer hat die nettere Opposition? Christian Lindner hatte die Antwort. tobias koch

Finanz- und Verteidigungsminister

Der Preisträger selbst freut sich sichtlich über die Auszeichnung. „Es ist eine große Ehre für die österreichische Bundesregierung, dass die Arbeit über die Landesgrenzen hinaus honoriert wird.“ Auch wenn man sich als Finanzminister manchmal auch wie ein Verteidigungsminister vorkomme. „Wir müssen viel abwehren und verteidigen“, so Brunner, was Moderatorin Gitta Connemann den Lindner-Sager vom spendablen Onkel noch einmal aufgreifen ließ und Wilhelm Busch zitierte: „Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt.“

Was denn die typischen Eigenschaften eines Vorarlbergers sind, wollte Connemann wissen. „Sparsamkeit und wirtschaftliches Denken“, so die Antwort des Preisträgers, der selbst in einer Unternehmerfamilie groß wurde („das prägt und man lernt unglaublich viel“).

Die Veranstaltung fand direkt neben dem Brandenburger Tor statt. <span class="copyright">vn/reiner</span>
Die Veranstaltung fand direkt neben dem Brandenburger Tor statt. vn/reiner

Das charmante Fazit der Moderatorin: „Ein Finanzminister kann nett und humoristisch sein.“

Für Israel

Einen besonderen Stellenwert wurde an dem Abend auch Israel eingeräumt. Nicht nur mit dem Sonderpreis für Friede Springer für ihr Engagement um die Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen. „Es ist wichtig, Farbe zu zeigen“, betonte auch Botschafter Ron Prosor. „Wir müssen den Kampf zusammen gewinnen.“

Nur mit Bodyguards: Botschafter Ron Prosor war der am besten geschützte Mann des Abends.<span class="copyright"> reuters</span>
Nur mit Bodyguards: Botschafter Ron Prosor war der am besten geschützte Mann des Abends. reuters