Diese Vorarlberger geben der Stadt Lindau ein neues Gesicht

Markt / 12.11.2023 • 17:30 Uhr
Diese Vorarlberger geben der Stadt Lindau ein neues Gesicht
Auf dem Kunert Areal könnte ein Zentrum für den Ortsteil Zech entstehen, hofft man im Stadtbauamt der Inselsstadt. Politikern ist wichtig, dass nicht nur gewohnt, sondern auch Gewerbe getrieben wird auf diesem Areal.

Zwei große Baufirmen aus dem Land realisieren auf zusammen 65.000 Quadratmetern in gleich zwei Stadtteilen neue Quartiere.

Lindau Die deutschen Niederlassungen der beiden großen Vorarlberger Bauunternehmen Rhomberg Bau und i+R, beide in Lindau beheimatet, verändern das Gesicht der Bodensee-Stadt nachhaltig. Es sind keine kleinen Projekte, die von den Bauunternehmen aus unserem Bundesland realisiert bzw. geplant werden.

Ein neues Viertel entsteht

Im Zentrum von Lindau-Reutin – auf dem ehemaligen Escher-Wyss-Gelände zwischen Lindaupark und Lidl – entsteht derzeit das Vierlinden-Quartier. Es wird dem Stadtteil ein neues Gesicht geben. In drei Bauabschnitten errichtet i+R Wohnbau Lindau auf rund 33.000 Quadratmetern ein Quartier mit 13 Mehrfamilienhäusern. Es umfasst 414 Wohnungen, eine Kindertagesstätte, Geschäfte, Praxen und Gastronomiebetriebe. Die staatliche Wohnbaugesellschaft Bayern Heim hat bereits vier Gebäude mit allen 119 Wohnungen mit „einkommensorientierter Förderung“ erworben. Zeitgleich wird der Lindaupark erweitert und modernisiert. 2025 sind die ersten Wohnungen für den Einzug bereit, im Jahr 2028 soll das Gesamtprojekt abgeschlossen sein.

So wird das Vierlinden-Quartier im Stadtteil Reutin ab 2028 aussehen. Es vereint Wohnungen mit Geschäftsflächen und einer Kita. Gebaut wird nach strengen Klimaschutz-Regeln. <span class="copyright">FA</span>
So wird das Vierlinden-Quartier im Stadtteil Reutin ab 2028 aussehen. Es vereint Wohnungen mit Geschäftsflächen und einer Kita. Gebaut wird nach strengen Klimaschutz-Regeln. FA

In einer ähnlichen Größenordnung, nämlich auf 32.000 Quadratmetern, will Rhomberg Bau das ehemalige Areal der Kunert-Textilwerke im Ortsteil Zech, nur wenige Hundert Meter hinter der Grenze zu Vorarlberg, das die Firma 2018 erworben hat, unter dem Motto “„Arbeiten, Wohnen, Gewerbe” neu gestalten. Die Deutschland-Abteilung der Bregenzer Baufirma hat nicht nur die neue Bezeichnung „Zechwaldareal“ etabliert, sondern will nun mit der Bevölkerung und den zuständigen städtischen Stellen einen „kooperativen und ergebnisoffenen Beteiligungsprozess“ starten, wie Manuel Weiner, verantwortlicher Projektleiter bei Rhomberg Bau, in einem Artikel der Lindauer Ausgabe der Schwäbischen Zeitung informiert. Verantwortlich für den Bürgerbeteiligungsprozess ist die Bregenzer Kommunikationsagentur Clavis. Bereits in einem halben Jahr soll es Ergebnisse geben, so Astrid Kühn-Ulrich von Clavis, dabei werde auf eine “realistische Umsetzung” geachtet.

Polit-Fokus auf Gewerbe

Bereits jetzt haben städtische Politiker ihre Wünsche formuliert und sie trauen der Bevölkerung, also ihren Wählern nicht ganz: Gerhard Fehrer von der SPD befürchtet, ein ergebnisoffener Dialog könnte „das Ende des Gewerbegebietes“ sein. Doch das müsse zumindest teilweise erhalten bleiben. Auch Thomas Hummler von der CSU fordert, dass prozentuale Angaben zu den Gewerbeflächen gemacht werden. Die “Schwäbische” zitiert Hummler: „Sonst suggerieren wir dem Bürger, dass er machen kann, was er will.“

Manuel Weiner, Projektleiter Zechwald-Areal bei Rhomberg Bau. <span class="copyright">FA</span>
Manuel Weiner, Projektleiter Zechwald-Areal bei Rhomberg Bau. FA

i+R Vierlinden

Das Vierlinden-Quartier auf einer Fläche von 33.000 Quadratmetern bietet mit einem Drittel Mietwohnungen mit einkommensorientierter Förderung (EOF) sowie Eigentumswohnungen Raum für alle Gesellschaftsschichten. Es wird zu 100 Prozent mit regenerativer Energie versorgt, mehr als die Hälfte des Areals wird bepflanzt. Es umfasst 414 Wohnungen, eine Kindertagesstätte, Geschäfte, Praxen und Gastronomiebetriebe. Der angrenzende Lindaupark vergrößert (als eigener Bauherr) die Verkaufsfläche, dazu kommt ein komplett mit Wohnungen ausgestatteter Anbau mit Parkhaus. Über die Hälfte des Vierlinden-Quartiers wird zu Grünraum, der sich in einen zentralen Park, grüne Innenhöfe, private Gärten und einen öffentlichen Abenteuerspielplatz gliedert.

Rhomberg Bau Zechwaldareal

Rhomberg Bau GmbH hat im August 2018 das Lindauer Kunert Areal übernommen. Der bisherige Eigentümer, die Kunert Holding GmbH & Co. KG, verkaufte an die Süd Immobilien GmbH, eine 100%-Firma der Rhomberg Bau. Mit dem rund 32 000 m2 großen Grundstück habe man sich ein Objekt gesichert, auf dem Rhomberg seine Unternehmensphilosophie bestens umsetzen könne, nämlich bereits genutzte städtische Flächen nachzunutzen und zu entwickeln. Ziel ist es, Arbeiten, Wohnen und Gewerbe auf dem Gelände zu etablieren. Dafür startet Rhomberg Bau in Abstimmung mit der Stadt Lindau einen Bürgerbeteiligungsprozess, der bereits im Frühjahr 2024 erste Ergebnisse zeitigen soll.