Konjunktur wirkt sich auf Jobs aus: Arbeitslosigkeit im Land gestiegen

Markt / 02.10.2023 • 10:38 Uhr
<p class="caption">Der Beratungsaufwand für die AMS-Mitarbeiter wird wieder größer. In verschiedenen Branchen gibt es allerdings nach wie vor eine große Nachfrage nach Mitarbeitern. <span class="copyright">AMS</span></p>

Der Beratungsaufwand für die AMS-Mitarbeiter wird wieder größer. In verschiedenen Branchen gibt es allerdings nach wie vor eine große Nachfrage nach Mitarbeitern. AMS

Arbeitslosigkeit gegenüber dem September 2022 ist um 5,1 gestiegen. Besonders Menschen ohne Ausbildung betroffen.

Bregenz Die Wirtschaftslage macht sich jetzt am Arbeitsmarkt schon deutlicher bemerkbar. Nach dem Mitarbeiterengpass der vergangenen Jahre und Monate, macht sich nun die schwächelnde Konjunktur auch am Vorarlberger Arbeitsmarkt deutlicher bemerkbar. Ende September 2023 waren 9235 Personen beim AMS Vorarlberg arbeitslos vorgemerkt. Dies entsprach einem Zuwachs von 450 Personen oder 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Teil des Zuwachses ist aber nicht nur auf die Konjunktur, sondern auf den verstärkten Zugang (+230 Personen bzw. 39,5 Prozent) von arbeitssuchenden Konventionsflüchtlingen, subsidiär Schutzberechtigten und Vertriebenen aus der Ukraine zurückzuführen, informiert Bernhard Bereuter, Geschäftsführer des AMS Vorarlberg. Derzeit sind 812 Personen dieser Gruppe beim AMS arbeitslos vorgemerkt. Der größte Zuwachs nach Altersgruppen konnte bei den Personen im Haupterwerbsalter (25 bis 50 Jahre) verzeichnet werden. In dieser Altersgruppe erhöhte sich die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen um 440 oder 8,9 Prozent auf 5374 Personen und stellte somit 58,2 Prozent aller Vorgemerkten dar. Mit 5181 offenen Stellen reduzierte sich das Stellenangebot im Vergleich zum Vorjahr um 427 Stellen oder 7,6 Prozent. Wer eine Lehre beginnen will, hat indes noch gute Chancen eine Stelle zu finden: Im September standen 500 offene Lehrstellen 266 Lehrstellensuchenden gegenüber. Die Zahl der Lehrstellensuchenden, die auf eine offene Lehrstelle entfallen (Lehrstellenandrang), lag damit im September bei 0,5 Personen.

<p class="caption"></p>AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter: Im Haupterwerbsalter (25 bis 50 Jahre) waren 5.374 Personen arbeitslos gemeldet. <span class="copyright">AMS</span>

AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter: Im Haupterwerbsalter (25 bis 50 Jahre) waren 5.374 Personen arbeitslos gemeldet. AMS

Es war zu erwarten, dass die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen aufgrund der derzeitigen Konjunkturentwicklung im Vergleich zum Vorjahr steigt”, kommentiert der AMS Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter die aktuellen Arbeitsmarktkennzahlen und geht ins Detail. “Besonders betroffen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit sind Personen, die nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen”, erläutert der Arbeitsmarktexperte. Ende September waren 3647 Personen dieser Gruppe beim AMS vorgemerkt. Das entspricht einem Anstieg um 481 Personen oder 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

“Die Integration in den Arbeitsmarkt gestaltet sich oft schwierig, da von den vorgemerkten Ausländern rund 65 Prozent maximal einen Pflichtschulabschluss haben. Dazu kommen in vielen Fällen noch geringe Sprachkenntnisse”, so Bereuter. “Erfreulich ist der Rückgang der vorgemerkten Personen, die schon über ein Jahr auf Jobsuche sind. Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen hat sich seit Jahresbeginn um 160 Personen oder 9,7Prozent auf 1484 reduziert”, so Bereuter. Insgesamt beträgt die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen sowie der Schulungsteilnehmenden (Summe der vorgemerkten Arbeitslosen und Schulungsteilnehmenden) 11.353 Personen, um 488 mehr als im Vergleichszeitraum September 2022.

Mit 5,1 Prozent lag Vorarlberg trotz der Zunahme an Arbeitssuchenden weiterhin unter dem bundesweiten Durchschnitt (Österreich 5,9 Prozent). Nur Tirol und Salzburg (jeweils 3,3 Prozent), Oberösterreich (3,9 Prozent) sowie die Steiermark (4,8 Prozent) schnitten besser ab. Österreichweit stieg die Zahl an vorgemerkten Arbeitslosen auf 251.844, was einem Anstieg von 14.435 Personen oder 6,1 Prozent im Vorjahresvergleich entsprach.