Vorarlberger Arbeitnehmer-Studie: Was einen Arbeitgeber attraktiv macht

Markt / 01.10.2023 • 16:30 Uhr
Vorarlberger Arbeitnehmer-Studie: Was einen Arbeitgeber attraktiv macht

Flexibilität und interne Kommunikation sind laut aktueller Employer-Branding-Umfrage wichtiger denn je.

Dornbirn, Feldkirch In einer im ersten Halbjahr 2023 durchgeführten Studie widmen sich die PR-Agentur ikp Vorarlberg und die veicus Unternehmensentwicklung den Herausforderungen rund um den aktuellen Personalmangel. In der Erhebung beantworteten rund 120 Teilnehmende Fragen zur Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber.

Das Ergebnis: Wer sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren will, muss die Flexibilität in den Fokus rücken. Gleichzeitig gilt es, verstärkt auf die interne Kommunikation zu achten: Sie ist die Basis für eine wertschätzende Unternehmenskultur und damit ein wichtiger Baustein für die Mitarbeiterbindung.

Wichtiges Learning: Mehr Fokus auf interne Kommunikation

Ein erfolgreiches Employer-Branding ist aktuell das Gebot der Stunde, wenn es darum geht, geeignete Arbeitskräfte zu finden. In weiterer Konsequenz setzen immer mehr Unternehmen entsprechende Kampagnen um. Was dabei aber oft vernachlässigt wird, ist die interne Kommunikation. „Der ausschließliche Fokus auf die Außenwirkung hat reale Konsequenzen auf die Employer-Brand. So zeigt die Studie etwa, dass Mundpropaganda neben klassischen Stelleninseraten nach wie vor die wichtigste Informationsquelle ist, wenn es um die Stellensuche geht. Umso wichtiger ist es, verstärkt den Blick nach innen zu richten und der internen Kommunikation die nötige Priorität zu geben“, erklärt Martin Dechant, Geschäftsführer von ikp Vorarlberg.

Martin Dechant. <span class="copyright">vn</span>
Martin Dechant. vn

Mitarbeiter beste Botschafter

Peter Flatscher, Geschäftsführer bei veicus Unternehmensentwicklung ergänzt: „Die eigenen Mitarbeitenden sind die besten Botschafter. Egal ob es darum geht aktuelle unternehmensrelevante Ereignisse oder vakante Stellen zu kommunizieren, Erfolge hervorzuheben oder um das gemeinsame Socializing: Mitarbeiter erwarten einen regelmäßigen und authentischen Informationsfluss. Vor allem aber kann durch eine gute interne Kommunikation eine Feedbackkultur etabliert werden, die langfristig dazu führt, dass sich Mitarbeitende gesehen und wertgeschätzt fühlen. Potenziale können so besser erkannt und eine angenehme Arbeitsatmosphäre geschaffen werden, die Fluktuation entgegenwirkt. Und das transportieren dann die Mitarbeitenden auch nach außen.“

Peter Flatscher. <span class="copyright">veicus</span>
Peter Flatscher. veicus

Unternehmenswebseite macht den Unterschied

Wenn es darum geht, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und bei potenziellen Mitarbeitenden Aufmerksamkeit und Neugierde zu wecken, ist aber auch die Unternehmenswebseite von großer Bedeutung. „Bei der Abfrage der am meisten genutzten Kanäle für die Stellensuche rangiert die Firmenwebsite ganz weit oben. Potenzielle Mitarbeitende recherchieren dort und machen sich ein erstes Bild vom Unternehmen. Die Webseite fungiert dabei wie eine Art Visitenkarte. Wer hier auf altbackene, nicht aktuelle oder schlichtweg auf zu wenig Informationen stößt, geht schnell zum nächsten potenziellen Arbeitgeber über. Umso wichtiger ist es, Inhalte übersichtlich und in ansprechender Tonalität aufzubereiten“, so PR-Fachmann Dechant.

Flexibilität und gute Bezahlung als Schlüsselfaktoren

Wer gute Arbeitskräfte finden und binden möchte, muss Flexibilität und eine attraktive Entlohnung bieten können. Daran führt mittlerweile kaum noch ein Weg vorbei. Das Gehalt ist laut den Umfrageergebnissen der meistgenannte Impuls für eine Bewerbung bei einem neuen Unternehmen. Gleichzeitig sind flexible Arbeitsmodelle für die Mehrheit der Teilnehmenden wichtiger als eine 4-Tage-Woche oder Home-Office-Möglichkeit.

Martin Dechant und Peter Flatscher haben die Umfrage durchgeführt. <span class="copyright">gabriel</span>
Martin Dechant und Peter Flatscher haben die Umfrage durchgeführt. gabriel

„Die Arbeitswelt verändert sich rasend schnell. Das haben wir in diesen krisengebeutelten Jahren gesehen. Von der Pandemie über das Kriegsgeschehen bis hin zu den wirtschaftlichen Folgen in Form der Teuerung – viele Menschen sind sehr verunsichert. Wertigkeiten verschieben sich zunehmend, das erkennen wir auch im Arbeitskontext. In diesem Zusammenhang ist es schlüssig, dass der Flexibilität so ein hoher Stellenwert zugeschrieben wird. Menschen möchten ihr Leben nicht mehr um die Arbeit herum planen, sondern die Arbeit um ihr Leben“, erläutert Peter Flatscher.