Wie E-Autos in Zukunft aufgeladen werden

Markt / 18.09.2023 • 17:34 Uhr
V.l.n.r.: Bernd Vogl (GF Klima- und Energiefonds), Herbert Kasser (Generalsektretär Klimaschutzministerium), Walter Ruck (Präsident WK Wien), Peter Hanke (Stadtrat Finanzen und Wirtschaft), Michael Strebl (GF Wien Energie), Paul Blaguss (GF vibe), Hermann Stockinger (GF Easelink). WKW/Lachner
V.l.n.r.: Bernd Vogl (GF Klima- und Energiefonds), Herbert Kasser (Generalsektretär Klimaschutzministerium), Walter Ruck (Präsident WK Wien), Peter Hanke (Stadtrat Finanzen und Wirtschaft), Michael Strebl (GF Wien Energie), Paul Blaguss (GF vibe), Hermann Stockinger (GF Easelink). WKW/Lachner

Harder Unternehmen liefert Kunststoff-Know-how für Ladetechnologie von morgen.

Hard, wien, Graz E-Taxis werden immer beliebter, künftig müssen manche von ihnen auch nicht mehr an ein Kabel angesteckt werden. In Wien ist im Rahmen des weltweit größten Projektes für automatisiertes Laden im urbanen Raum ein Taxi-Standplatz in Betrieb genommen worden, der eine neuartige Ladetechnologie anwendet – die erste mit “Matrix Charging” ausgestattete Station. Per Knopfdruck wird dabei ein sogenannter Connector am Unterboden des Fahrzeugs mit Ladeplatten am Standplatz verbunden. Insgesamt 66 Taxis und zehn Standplätze in Wien und Graz werden sukzessive mit dieser Ladetechnologie ausgerüstet. Anstatt das E-Auto mit einem Kabel an die Ladesäule anzustecken, wird das Auto während den Wartezeiten mit der Ladeplatte am Taxistandplatz verbunden.

Bahnbrechende Lademöglichkeit

Das Grazer High-Tech-Unternehmen Easelink entwickelt diese neue, laut Branchenkennern bahnbrechende Lademöglichkeit. Einen wichtigen Part bei dieser Entwicklung hat der Harder Kunststoffspezialist Faigle inne, der dafür verantwortlich zeichnet, ein widerstandsfähiges Gehäuse für die Ladeplatte für die neue Ladetechnologie zu fertigen. Aufgabe für das Vorarlberger Unternehmen ist die Fertigung eines besonders widerstandsfähigen Gehäuses des Matrix Charging Pads aus Hart-PVC. Und so funktioniert die neue Ladestelle: Das System besteht aus einer Einheit am Fahrzeugunterboden, dem sogenannten Connector, und einer Ladeplatte am Parkplatz. Sobald das Fahrzeug über dem Pad parkt, senkt sich der Connector vom Fahrzeugunterboden ab, verbindet sich mit dem darunterliegenden Pad und das Fahrzeug wird automatisch geladen. 

Hermann Stockinger, Geschäftsführer und Gründer von Easelink (r.) und Faigle-COO Friedrich Faigle bei der Präsentation. <span class="copyright">Fa</span>
Hermann Stockinger, Geschäftsführer und Gründer von Easelink (r.) und Faigle-COO Friedrich Faigle bei der Präsentation. Fa

“Das Pad ist nun resistent gegen Witterungseinflüsse, Schmutz und Streusalz“, erläutert Marco Blum, Geschäftsführer der faigle Industrieplast GmbH, der das Projekt für das Harder Unternehmen betreut hat. „So genau auf die Kundenbedürfnisse einzugehen ist für uns selbstverständlich“, ergänzt Friedrich Faigle, COO der faigle-Unternehmensgruppe. „Mit der Umsetzung der neuen Technologiegeneration für Easelink haben wir zwei Welten erfolgreich verbunden: die High-Tech-Innovationen von Easelink und unsere jahrzehntelange Erfahrung im Kunststoffbereich.“

Faigle-Hauptquartier in Hard.<span class="copyright"> FA</span>
Faigle-Hauptquartier in Hard. FA

Zukunft taxi

Eine Branche im Umschwung

In Wien sollen ab 2025 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge für den Taxibetrieb zugelassen werden. Die Wirtschaftskammer Wien möchte die Wiener Taxibetriebe bei dieser Umstellung unterstützen – und sieht Potenzial für andere Branchen. „Die Taxibranche in Wien geht mit innovativen Projekten voran und ist sich ihrer Verantwortung zum Klimaschutz bewusst. Mit dem automatisierten Laden direkt am Standplatz können Taxifahrer ihr E-Fahrzeug während den Wartezeiten unkompliziert wieder aufladen. Die Wirtschaft zeigt damit einmal mehr, dass Innovation der richtige Weg zu mehr Klimaschutz ist“, so Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.

Generalsekretär Herbert Kasser, Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK): „Wir freuen uns sehr, Wien und Graz über viele Jahre bei der Umstellung der Taxiflotten begleitet zu haben. Seit 2013 stellt das BMK in unterschiedlichen Programmen Mittel bereit, mit denen auch in Wien und Graz wichtige Grundlagen geschaffen wurden. Umso erfreulicher ist es, gerade mit Hilfe einer innovativen Ladetechnologie aus Österreich, dass Klimaschutz in diesem Projekt auch als Chance für den Wirtschaftsstandort verstanden wird.“

Das projekt

Innovationspartner

Zusätzlich zum Projektkonsortium bestehend aus den Wirtschaftskammern Wien und Steiermark, Wien Energie und Energie Graz, Easelink, der Grazer Energieagentur, Taxi 40100 und Taxi 31300 sowie vibe moves you, Quintessenz und tbw research als Forschungsleiterin, tragen noch weitere österreichische Partner zur Machbarkeit dieses Projekts bei. Die Städte Wien & Graz, Taxi 878, der ÖAMTC sowie Hyundai und Porsche Inter Auto unterstützen das Projekt. Zu den Umsetzungspartnern der Matrix Charging Technologie zählen ebenso Bossard Austria, Becom, Hug Technik & Sicherheit, Faigle Industrieplast, Löscher Elektronik, Iskra, Polytec Holding, Zern und Zettler electronics und Zern.

Das aus Mitteln des Klima- und Energiefonds im Rahmen des Programms „Zero Emission Mobility Implementation“ geförderte Projekt dauert bis Anfang 2025 und soll als Grundlage zum weiteren Mobilitätswandel dienen. Die Stadt Graz unterstützt zusätzlich die Projektumsetzung in Graz.

Weitere Infos zum Projekt finden Sie unter https://www.etaxi-austria.at/